Die dritte Periode der Völkerwanderung. 478—S68.
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kommend, besiegte er Totila bei Taginä in Umbrien und dannden nach ihm zum König erhobenen T e j a in einer Schlacht unfern 553.des V e s u v s. So fand eines der edelsten germanischen Völker anklassischer Stätte den tragischen Untergang.
§ 29. Die Langobarden in Italien. In Italien hielten nun-mehr oströmische Verwaltung und oströmischer Steuerdruck ihreilEinzug; aber es blieb nicht lange Provinz. Die Langobarden,die ursprünglich an der unteren Elbe saßen, dann an der Donauund in Pannonien wohnten, zogen, nachdem sie im Bunde mitden A v a r e n, einem den Hunnen verwandten Volke, das Nachbar-volk der Gepiden vernichtet hatten, unter ihrem König A l b 0 i n b^dische^Er-nach Italien und eroberten allmählich den größten Teil Ober - und °benrng.Mittelitaliens. Im Besitz der Oströmer blieb nur der Landstrich 568 ‘von der Pomündung bis Ankona, der von einem Exarchen verwaltetwurde und daher den Namen E x a r ch a t erhielt. Auch der Dukatvon Rom, dessen Bischöfe die Lage benutzten, um sich zu Landes-herren zu machen, und die Stadt Venedig blieben unabhängig;damals beginnt die politische Spaltung Italiens.
Hauptstadt des Langobardenreiches wurde P a v i a. Das Land Organisation,zerfiel in Bezirke unter Herzögen, die sich großer Selbständigkeit er-freuten und zeitweise das Königtum abschafften; die mächtigstenHerzöge waren die von Friaul, Spoleto und Benevent. KönigA u t h a r i vermählte sich mit der bayrischen, katholischen PrinzessinTheudelinde; seitdem breitete sich unter den bisher arianischen Lango-barden der K a t h 0 l i z i s m u s aus, der ihre Verschmelzung mit denJtalienern zu einer Nation erleichterte. tteutltfl-
Die Gründung des Frankenreiches.
§ 30. Chlodovech. Dasjenige germanische Volk, dem die Grün-dung eines germanischen Einheitsreiches gelingen sollte, ist das derFranken. Man unterschied unter ihnen mehrere Gruppen: diesalischen Franken sd. h. wohl Meerfranken von sal, Salzwasser)wohnten in Belgien, die Ripuarier sUferfrankenj am Rhein, dieOberfranken sChattenj an der Lahn und an der Mosel. Sie zer-fielen in mehrere Staaten, die von Königen beherrscht wurden. Übereinen Teil der salischen Franken herrschte das Geschlecht der Mero-vinger, dem Chlodovech entstammte: ein Fürst von ebensoviel Tat- Chlodovech.kraft wie Gewalttätigkeit, Treulosigkeit und Grausamkeit. Er be- 481 ~ 61Lsiegte zwanzigjährig den Syagrius, der als unabhängiger Fürstdas römisch gebliebene Gallien beherrschte, bei Soissons und gewann e *™«so das Land bis zur Loire. Er überwand sodann die A l a m a n n e n, ° ’ en ’