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Das Zeitalter der zunehmenden Auflösung des Reiches.
Maximilian
1493 — 1519 .
Versuche einerReichsreform.
Maximilian I. 1493—1510.
§ 111. Maximilian L war schon 1486 zum römischen Königgewühlt worden. Er war ein äußerst vielseitig begabter und inter-essierter Fürst; ein Meister in allen ritterlichen Fertigkeiten, „derletzte Ritter", zugleich einer der besten Kenner der modernen Kriegs-kunst, zumal der Artillerie und des Landsknechtswesens, zu dessenAusbildung er selbst besonders beigetragen hat; ein Freund undGönner der Kunst und der Wissenschast, der Albrecht Dürer Austrägegab und Ulrich von Hütten zum Dichter krönte; ein vortrefflicher,begeisternder Redner, eine liebenswürdige, blendende Persönlichkeit.Daß seine Regierung trotzdem nur halbe Erfolge gezeitigt hat, lagteils an den schwierigen Verhältnissen einer gärenden Zeit, teilsaber auch an dem unsteten Charakter Maximilians selbst, dessenEigentümlichkeit es war, glänzende Pläne zu entwerfen, ohne sie mitBeharrlichkeit durchzuführen.
Für die Notwendigkeit einer R e i ch s r e f o r m, um der all-gemeinen Zerrüttung zu wehren, trat in erster Linie der KurfürstBert hold von Mainz ein. Maximilian ging nur widerwilligauf diese Pläne ein, da er von ihrer Durchführung eine Beschränkungder königlichen Gewalt durch die Reichsstände fürchtete. Die Ver-handlungen begannen auf dem Reichstag von Worms 1495 undwurden auf späteren Reichstagen fortgesetzt. Um zunächst denReichsfinanzen aufzuhelfen, wurde die Erhebung einer all-gemeinen Reichsvermögenssteuer, des „gemeinen Pfennigs", be-schlossen; aber er wurde so unregelmäßig gezahlt, daß man ihn fallenlassen mußte. Für das R e i ch s h e e r stellte man eine Matrikelauf, welche den einzelnen Ständen bestimmte Truppenkontingenteauferlegte. Das R e i ch s r e g i m e n t, ein ständischer Ausschuß,der zur Führung der Reichsgeschäfte dem König zur Seite tretensollte, stieß auf Maximilians besonderen Widerstand und hat nichtlange Dauer gehabt. Das wesentlichste Ergebnis jener Reform-
Friedrich UI. Karl d. Kühne.
Maximilian I.._-Maria. Ferdinand._-Jsabella
| v. Aragonien. | v. Nastilien.
Philipp v. Burgund,-_- Johanna Wladislcw
11506. | die Wahnsinnige, v. Böhmen u. Ungarn.
Karl V (I).
I
Philipp II.
Ferdinand I..__ Anna. Ludwig v Böhmen
j n. Ungarn,
Maximilian 11. 's 1526.