Deutschland in der Zeit der Gegenreformation.
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8 154. Die ReligionsParteien. So traf der um sich greifendeProtestantismus anfangs auf wenig Hindernisse. Etwa neunZehntel der Bevölkerung Deutschlands sollen damals vom altenGlauben abgefallen sein; von den Kurfürsten waren drei pro-testantisch, dazu viele weltliche Fürsten und die meisten Reichsstädte;und selbst in vielen katholischen Fürstentümern, zum Beispiel in denHabsburgischen Landen hielten die Stände größtenteils zum neuenGlauben. Trotz des geistlichen Vorbehalts wurden eine großeMenge von Bistümern und Klöstern, unter anderen sämtliche Bis-tümer rechts der Weser mit Ausnahme von Hildesheim, säkulari-siert und von protestantischen Administratoren, meist Prinzenbenachbarter Häuser, regiert. Aber diesem äußeren Wachstum ent-sprach nicht eine innere Kräftigung. Die Lutheraner und diein den Augsburger Religionsfrieden nicht aufgenommenen Calvi -n i st e n standen sich schroff gegenüber. Die neugegründeteernestinische Universität Jena .wurde ein Hort des strengen Luther-tums; Melanchthon, der 1560 starb, wurde seiner vermittelnden,versöhnlichen Richtung wegen des heimlichen Calvinismus beschuldigt;in Kursachsen wurde 1577 die streng lutherische formula concordiaeaufgesetzt, die dann als allgemeines Bekenntnis der Lutheraner an-erkannt wurde. Der religiöse Zwiespalt hinderte ein politischesHandinhandgehen: die sächsischen Kurfürsten wahrten meist eingutes Verhältnis zum Kaiser, während die calvinistische Pfalz ander Spitze der Opposition stand.
Dem gegenüber schritt der Katholizismus zum Angriff.Voran ging die stille, aber unermüdliche Arbeit der Jesuiten;sie gründeten eine große Zahl von Niederlassungen, zum Beispiel inWien, Prag, München, Jngolstadt, Graz, Köln, Heiligenstadt. Dannging man zunächst in den g e i st l i ch e n F ü r st e n t ü m e r n daran,den Protestantismus zu verdrängen, protestantische Lehrer undGeistliche durch katholische zu ersetzen und jesuitische Schulanstaltenzu errichten. Als Kurfürst Gebhard von Köln den Versuchmachte sein Erzstift zu reformieren, wurde er im Jahre 1582 entsetztund durch spanische und bayrische Truppen vertrieben; ebenso wurde1598 in der Reichsstadt Aachen, wo der Protestantismus immermehr Boden gewonnen hatte, die Gegenreformation gewaltsam durch-geführt.
Von besonderer Bedeutung war es, daß in jener Zeit zweivon Jesuiten erzogene Fürsten den Thron bestiegen: der energischeund kraftvolle Maximilian I. von Bayern, ein ebenso ent-schlossener Vorkämpfer des katholischen Glaubens wie der GrößeBayerns — er war der erste deutsche Fürst, der sich ein stehendesHeer schuf —, und Erzherzog Ferdinand vonSteiermark,
Ausdehnungdes Prote-stantismus.
Gegensätzeinnerhalb desProtestan-tismus.
Der Katho-lizismus.
Gegcnrefor-mation inKöln.
Aachen.
Maximilianl.
Ferdinand v.Eteicrmark.