Band 
Erster Teil.
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Ruf strenger Sittlichkeit aber erforderte nicht bloß keine Geld-opfer, sondern Scipio gewann auch, indem er sich viele und man-cherlei Genüsse versagte, Gesundheit, und Kraft des Körpers,welche ihn sein ganzes Leben hindurch begleitete und ihm vieleedle Lebensfreuden gewährte.

Da die Tugend der Tapferkeit wohl in jedem Staate, vorzüg-lich aber zu Rom, die erste Stelle! einnimmt, taußte Scipio vor allemauch auf Übung in dieser Tugend bedacht sein. Eine trefflicheFörderung in diesem Streben wurde ihm schon durch die Gunstdes Schicksals geboten. Der königliche Hof in Makedonien hattemit großem Eifer die Jagd gepflegt und die geeignetsten Orteals Wildparke bestehen lassen. Man hatte sie während des gan-zen Krieges*) geschont und nie darin gejagt; sie waren dahermit Wild jeder Art angefüllt. Wie nun der Krieg: beendigt war,stellte Ämilius Paullus dem Sohne die königlichen Jäger zurVerfügung und gab ihm volle Freiheit zur Jagd, in der Über-zeugung, daß diese für junge Leute die schönste körperlicheÜbung und die beste Erholung sei. Scipio brachte die ganze Zeit,solange das Heer nach der Schlacht noch in Makedonien ver-weilte, auf der Jagd zu, und bei seiner frischen, jugendlichenKraft lernte er sie bis zur Leidenschaft lieben. Als er daherwieder nach Rom kam und in Polybios hiefür einen gleich begei-sterten Gefährten erhielt, so trieb er sich, während die andernjungen Leute sich auf dem Markte aufhielten und ihre Tätigkeit aufProzesse und Begrüßungen des Volkes richteten, um sich dieGunst der Menge zu erwerben, auf Jagden herum und trug hier,indem er sich in seltener Weise auszeichnete, einen ehrenvollerenRuf davon als die andern. Denn diese konnten keinen Beifallgewinnen, außer wenn sie einem ihrer Mitbürger schadeten;die gerichtliche Tätigkeit pflegt dies mitaubringen. Er aber er-warb sich, ohne jemand weh zu tun, den Ruhm der Tapferkeit,indem er sich durch Taten auszeichnete.

*) Gemeint ist der dritte Makedonische Krieg, der 168 v. Chr.mit der Schlacht, bei P.vdna endigte.