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stehen selbst von den Censoren die ausgebotenen Unternehmun-gen und Pachtungen, die andern vereinigen sich mit diesen,noch andere leisten für die Unternehmer Bürgschaft, wiederandere -zahlen für diese ihr Vermögen in die Staatskasse. Überalle diese Dinge nun entscheidet der Senat. Er kann nämlichFrist 'zur Zahlung geben, wenn ein Unglück eintritt, eine Er-leichterung gewähren, und wenn eine Unmöglichkeit vorhan-den ist, sie von ihrer Verpflichtung ganz entbinden. Und esgibt viele Gelegenheiten, bei denen der Senat denen, die vomStaate Pachtungen übernommen haben, großen Schaden undanderseits große Vorteile schaffen kann. Hauptsächlich aberwerden aus ihm die Richter über die meisten Verträge mitdem Staate und mit Privatpersonen bestellt, bei allen Kla-gen, die eine größere Bedeutung haben. Indem daher alleauf das Wohlwollen des Staates angewiesen sind und denunsicheren Ausgang des Rechtshandels fürchten, sind sie eherauf ihrer Hut, sich dem Willen des Senats zu widersetzen undihm entgegen zu handeln. Ebenso mißlich ist es aber auch, denAbsichten der Konsuln entgegen zu wirken, weil im Felde so-wohl jeder einzelne als auch alle insgesamt der Macht der Kon-suln unterworfen sind.
Obwohl nun aber jeder dieser Teile eine so große Macht be-sitzt, sich gegenseitig zu schaden und zu unterstützen, so istdoch in allen schwierigen Lagen die Eintracht unter ihnenso innig, daß man keine bessere Staatsverfassung als diesefinden kann.
21. Römisches Parteileben nach den punischen Kriegen.
Sallust, Der Jugurthinische Krieg, 41. Nach Max Oberbreyer.
Das Unwesen der Parteiung in Volk und Senat mit all seinenschlimmen Folgen war erst seit wenigen Jahren in Rom auf-gekommen, seit der Zeit nämlich, als die Römer Ruhe und allesdas im Überfluß besaßen, was in den Augen der SterblichenGlück und Vorzug ist. Denn vor der Zerstörung Karthagos be-handelten Volk und Senat in Rom alle Staatsgeschäfte ruhig undohne Leidenschaft gegeneinander; unter den Bürgern gab eskeinen Rangstreit, keinen Streit um die Herrschaft. Die Furchtvor dem Feinde erhielt unser Vaterland in Ordnung; kaum aber