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war diese Furcht aus den Herzen gewichen, fanden sich diegewöhnlichen Gefährten des Glückes, Luxus und Übermut ein.So war die Ruhe, die sie sich manchmal im Unglück gewünschthatten, ein noch härteres und schlimmeres Übel für sie, seitdemsie ihnen zuteil geworden. Denn der Adel fing nun an, seineStellung, das Volk, seine Freiheit in Willkür ausarten zu lassen.Für sich allein zog jeder an sich, raubte, plünderte, wie erkonnte. So wurde alles auf die eine oder die ander© Seite hin-gerissen, (und der Staat, der früher Gemeingut gewesen war,ging darüber zugrunde. Übrigens war der Adel, als geschlosseneKörperschaft, im Übergewicht; die Macht des gemeinen Volkes,lose und zersplittert bei der großen Menge, konnte wenigerausrichten. Von der Willkür einiger Wenigen hing im Kriegund Frieden alles ab. Diese hatten Staatsschatz., Provinzen,Magistratswürden, Gelegenheiten, Ruhm zu gewinnen, undTriumphe in Händen; das Volk wurde vom Kriegsdienst und vonder Armut schwer gedrückt. Die Kriegsbeute rissen die Feld-herren an sich und teilten sie nur mit wenigen andern; unter-dessen wurden die Eltern 'und kleinen Kinder der Soldaten,wenn sie einen mächtigeren Nachbarn hatten, von ihren Güternvertrieben. So griff mit der Macht die Habsucht schamlos umsich, alles besudelte und verwüstete sie, nichts galt ihr ehrwür-dig und heilig, bis sie sich selbst zugrunde richtete. Denn sobaldsich aus dem Adel selbst Leute fanden*), die wahre Ehre einerunrechtmäßigen Gewalt vorzogen, brachen Revolution und bür-gerliche Unruhen mit elementarer Gewalt aus.
22. Kolonien, Staatsland, Sklavenplantagen.
Appian, Römische Geschichte, XIII (Bürgerkriege I), T.
Xacli Ferdinand L. J. Dillenius.
Die Römer eroberten nach und nach Italien; nach jedemKriege nahmen sie einen Teil des gewonnenen Landes für sichweg, erbauten darauf Städte oder führten, wenn schon solchedort Stenden, Kolonisten hin, die sie aus ihrer Mitte durchdas Los wählten. Diese Kolonien sollten die Stelle von Festun-gen Zur Sicherung des Landes vertreten. Was sie in den erober-ten Gebieten jedesmal an urbarem Lande sich zugeeignet hatten,
*) Die Gracchen.