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Erster Teil.
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sich von diesem die Kehle durchstechen, als man ihn eben er-greifen wollte. Flaccus war in die Werkstätte eines wohlbe-kannten Mannes geflohen. Seine Verfolger drohten, weilsie das Haus nicht kannten, die ganze Gasse anzuzünden.Der Mann, der ihn auf genommen hatte, scheute sich zwar, denFlüchtling seihst zu verraten, gab aber einem andern auf, eszu tun. So ward Flaccuß. ergriffen und getötet. Hierauf brach-ten einige die Köpfe von Gracchus und Flaccus zu Opimius,der ihnen so viel Geld dafür gab', als sie wogen. Der Pöbel plün-derte ihre Häuser. Die es mit ihnen gehalten hatten, ließ Opi-mius ergreifen, ins Gefängnis werfen und erdrosseln. Dem Sohndes Flaccus ließ er die Wahl seiner Todesart. Hierauf reinigteer die Stadt feierlich vom Blut. Der Senat aber befahl ihm,der Göttin der Eintracht auf dem Forum einen Tempel zu er-richten.

27. Der Charakter des Marius.*)

Sallust, Der Jugurtliinische Krieg, 85. Aus einer dem Marius inden Mund gelegten Rede. Übersetzt von Max Oberbreyer.

Ich weiß, Mitbürger, daß die meisten, wenn sie einmal einhohes Amt erhalten haben, plötzlich ganz andere Männer sind,als zu der Zeit, wo sie es suchten; daß sie anfänglich geschäf-tig, demütig, bescheiden sind, nachher aber trag; und übermütigwerden und es ihr Leben lang bleiben. Wenn sie sich etwas haben

*) Vergleiche Plutarch, Gajus Marius, 2f, 6: Von dem Gesichtedes Marius habe ich zu Ravenna in Gallien ein marmornes Bild gesehen,das ganz der ihm zugeschriebenen Härte und Strenge des Charakter,}entspricht. Denn da er von Natur herzhaft und kriegerisch, auchdurch die Erziehung mehr zum Soldaten als zum Staatsmann gebildetwar, so konnte er bei der großen Gewalt, die er oft innehatte,seine Heftigkeit nicht mäßigen. Man sagt, daß er weder die griechi-schen Wissenschaften erlernt, noch sich in wichtigen Geschäftender griechischen Sprache bedient habe, weil er es für lächerlich hielt,Wissenschaften zu erlernen, deren Lehrer Sklaven anderer seien.

Marius stammte von ganz gewöhnlichen und unbemittelten Elternab, die von ihrer Hände Arbeit lebten. Erst spät sah er die Stadtund wurde mit städtischer Lebensart bekannt; vorher hatte er seineWohnung in einem zum Gebiete von Arpinum gehörigen Fleckenund führte da ein Leben, das im Vergleich zu den feineren Sittender Stadt ziemlich bäurisch, aber mäßig und den Gebräuchen derRömer ganz ähnlich war.

Bei der Verwaltung öffentlicher Geschäfte besaß er weder Reich-tum noch Beredsamkeit, wodurch die einflußreichsten Männer jener