234
gen an; auch schlug er eine Brücke über denselben, um seineTruppen auf der andern Seite zu (unterstützen, wenn die Barbarendurch die Pässe gegen die Schanzen andringen sollten. Alleindiese äußerten so viel Trotz und Verachtung gegen ihren Feind,daß sie, mehr um ihre Stärke und Kühnheit zu zeigen, als zunotwendigem Dienste, sich ganz nackt beschneien ließen, überEis und tiefen Schnee die Bergspitzen erkletterten, dann sichauf ihre breiten Schilde legten und von oben an steilen Fels-wänden in die tiefsten Abgründe hinunterrutschten. Als sie sichin der Nähe der Römer gelagert und den Übergang untersuchthatten, unternahmen sie es, den Fluß auszufüllen. Zu demEnde trugen sie, gleich den alten Giganten, die um-liegenden Hügel ab, schleppten ganze Bäume samt den Wur-zeln, große Felsstücke und mächtige Klumpen Erde in den Stromund hemmten ihn dadurch in seinem Laufe. Überdies ließensie gegen die Balken, auf denen die Brücke ruhte, schwereLasten herabschwimmen, die, von den Fluten fortgerissen, dieBrücke durch gewaltige Stöße erschütterten.
Catulus hatte 20300 Mann unter seinem Kommando, dasHeer des Marius*) aber war 32000 Mann stark und wurde aufdie Flügel verteilt, so daß es den Catulus in der Mitte hatte,nach dem Berichte des Sulla, der dem Treffen beiwohnte. Aufder Seite der Cimbern rückte das Fußvolk gemächlich aus denVerschanzungen und stellte sich in einer Tiefe auf, die derFront gleich war. Ihre Reiterei, die 15000 Mann stark war,sprengte in vollem Glanze heran. Sie trugen Helme, die denRachen fürchterlicher Tiere glichen und andere seltsame Ge-stalten hatten; auf diesen standen hohe Federbüsche in Formvon Flügeln, wodurch sie um so viel größer erschienen. Dabeiwaren sie mit eisernen Harnischen und weißen Schilden be-waffnet, die einen blendenden Schimmer von sich warfen. AlsGeschoß führten sie zweizackige Spieße und im Handgemengeselbst schwere, große Säbel.
Den Römern kam die Hitze und die Sonne, die den Cimberngerade ins Gesicht schien, sehr wohl zustatten. Diese Leutewaren gewöhnt, Kälte zu ertragen und in kalten schattigen
*) Bi- hatte sich nach seinem Sieg bei Aquä Sextiä zuerst nachBom begeben, dann sein Heer aus Gallien herangezogen und sich mitCatulus vereinigt, der unter ihm als Prokonsul kämpfte.