Band 
Erster Teil.
Seite
258
JPEG-Download
 

258

bunden, über des Antonius Flotte kam und die Schiffe gegenein-ander trieb. Cäsar stand also davon ab, brachte sehr viele Mann-schaft auf die Schiffe, alle seine Freunde aber ließ er Beischiffebesteigen, um schnell umherzufahren, den Kämpfenden die nöti-gen Befehle zu überbringen und ihm die gehörige Meldung zumachen. So erwartete er die Ausfahrt der Feinde. Als diese aufdas Trompetenzeichen hervorsegelten und sich vor der Meer-enge in dicht geschlossenen Reihen in Schlachtordnung aufstell-ten, aber nicht weiter vorgingen, fuhr Cäsar auf sie los, um sieauch in dieser Stellung anzugreifen oder zum Rückzuge zu nö-tigen. Da sie ihm aber weder entgegenfuhren, noch auch Mienemachten, umzukehren, sondern auf der gleichen Stelle blieben undnur ihre Linie dichter schlossen, war er zuerst unschlüssig, ließdie Ruder ins Wasser senken und wartete eine Weile; dann aberließ er auf ein gegebenes Zeichen plötzlich beide Flügel imBogen vorrücken, in der Hoffnung, sie entweder zu umflügelnoder wenigstens ihre Linie zu durchbrechen. Antonius aber, derbefürchtete, die Feinde möchten ihn durch diese bogenförmigeBewegung einschließen, rückte, so schnell er konnte, auf sie losund ließ sich so, selbst wider seinen Willen, in das Treffen ein.

So war die Schlacht eröffnet, und auf beiden Seiten ertönteder Ruf der Ermunterung, daß sie alle Kunst und Kraft ent-wickeln sollten, und auch vom Lande her wurden sie durchden Ruf der Ihrigen zum Kampfe angefeuert. Sie kämpften abernicht auf gleiche Weise: die Leute Cäsars, die kleinere, schnel-ler segelnde Schiffe hatten, fuhren mit rauschendem Ruder-schlage heran, griffen, überall gegen Verlust gedeckt, an undversenkten entweder ein feindliches Schiff oder fuhren wiederdavon, ehe es zum Handgemenge kam. Dann fielen sie plötzlichdasselbe Schiff wieder an oder wandten sich von diesem z,u einemandern. Wenn sie auch dieses, soviel sie in Eile konnten, be-schädigt hatten, kehrten sie sich gegen andere, um sie unverhofftanzufallen. Die Feinde aber empfingen die Andringenden mit einemHagel von Steinen und Geschossen und faßten sie, wenn sie sichheranmachten, mit eisernen Enterhaken. Wurden sie ihrerhabhaft, so waren diese verloren; verfehlten sie aber den Hand-griff, so wurden ihre eigenen Schiffe so beschädigt, daß sie ver-sanken, oder gaben sich, wenn sie sich abwandten, um dies zu ver-meiden, den Angriffen anderer Schiffe bloß. Zwei oder drei