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und widerwärtigen Sümpfen bedeckt. Es ist ziemlich ergiebig, fürFruchtbäume ungeeignet, reich an Vieh, das jedoch meist unan-sehnlich ist. Selbst dem Großvieh fehlt die rechte Schönheit undauch der Hörnerschmuck. Auf die Zahl kommt es ihnen • an;das Vieh ist ihr einziger, geschätztester Reichtum. Silber undGold haben ihnen die Götter — soll ich sagen: aus Gnade oder imZorn? — versagt. Jedenfalls legt der Germane wenig Wert dar-auf, diese Edelmetalle zu haben und zu verwenden. Man kannbei ihnen Gefäße aus Silber, Geschenke, die ihren Gesandten undFürsten gemacht worden sind, mit derselben Geringschätzung be-handelt sehen, wie Gefäße aus Ton. Die Grenzstämme habendurch den Handel freilich Gold und Silber schätzen gelernt, kennenund bevorzugen auch einige von unseren Geldsorten. Im Innernaber herrscht noch der einfache ursprüngliche Tauschverkehr.
Das Ackerland ist gemeinsamer Besitz der Volksgenossen,die es bebauen, wie groß deren Zahl nun sein mag. Sie verteilenes unter sich nach der Stellung, die die einzelnen einnehmen.Da große Landstrecken zur Verfügung stehen, ist die Verteilungleicht. Jedes Jahr wird gewechselt; ein Teil liegt brach. Sie sindnicht arbeitsam genug, um die Fruchtbarkeit und Größe ihrerBodenflächen voll auszunutzen, also Obstpflanzungen anzulegen,Wiesen abzugrenzen, bewässerte Gärten einzurichten. Nur Kornsoll der Boden hergeben.
Das germanische Volk selber möchte ich für Ureinwohnerund völlig frei von Mischung mit Ansiedlern und Gästen frem-der Rasse halten. Ich schließe mich jener Anschauung an,daß die germanischen Stämme unberührt von den Wirkungenehelicher Gemeinschaft mit fremden Stämmen geblieben und zueinem einheitlichen, reinen, mit keinem anderen vergleichbarenVolke geworden sind. Daher ist auch das Äußere bei all denzahllosen Mitgliedern des Volks dasselbe: die Augen trotzig undblau, die Haare rötlich, die Leiber hochgewachsen und nur beimraschen Ansturm leistungsfähig. Zur Arbeit und zum Ertragenvon Strapazen fehlt es an Ausdauer; Durst und Hitze könnensie ganz und gar nicht aushalten; an Kälte und Hunger sind siedurch Witterung und Klima gewöhnt.
Privatleben und Sitten. Wenn es keinen Krieg gibt, wird dieZeit zum Teil auf der Jagd, zum größeren Teil müßig verbracht.Man schläft und ißt. Gerade die tapfersten Kriegshelden sind