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Inschrift besagte, daß er mir in Anerkennung meiner Tapfer-keit, Versöhnlichkeit, Gerechtigkeit und Gewissenhaftigkeit vomrömischen Senat und Volk gewidmet worden sei. Seit dieserZeit war ich der gesellschaftlichen Stellung nach der erste Mannvon Rom, hatte aber nicht mehr Macht als jeder meiner Mit-bürger, der gerade mit mir zusammen ein Amt bekleidete.
Im Jahre 2 [v. Chr.] begrüßten mich der Senat, die Ritterund die ganze Nation als Vater des Vaterlandes und bestimm-ten, daß die Erinnerung an dieses Ereignis durch eine Inschriftam Rathause und an der Quadriga,*) die mir auf Beschluß desSenates auf dem Forum Augustum gesetzt worden ist, verewigtwerden solle.
Ich stehe jetzt**) im 76. Lebensjahre.
43. An Cäsar Augustus.
Horaz, Oden IV, 15. Übersetzt von Emanuel Geibel.
Feldschlachten wollt’ ich singen und Städtesieg,
Da rauschte Phöbus’***) Leier die Warnung mir,
Aufs hohe Meer mich nicht mit schwachemSegel zu wagen. Es bracht’, o Cäsar,
Dein Alter goldnen Segen der HeimatflurUnd gab die Adler unserem Jupiter
Zurück, den Siegstrophä’n der stolzenParther entrissen.)") Und kriegsentlastet
Den Janustempel schloß es und zügelteDie jeder Schranke spottende LeidenschaftUnd, schonungslos des Lasters WurzelTilgend erweckt’ es die Zucht der Väter,
Durch die der Name Roms und ItaliensRuhmvolle Macht zum herrlichen Reich erwuchs,
Das stolz vom Bett der AbendröteHeute sich dehnt bis zum fernsten Aufgang.
*) Viergespann.
**) Sommer 13 n. Chr.
***) Der „Reine“, Beiname des Apollo,t) Im Jahre 20 v. Chr. gelang es Augustus, die hei Carrhä 53v. Chr. durch Crassus verlorenen Feldzeichen, silberne Adler aufhoher Stange, zurückzuerlangen.