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3. Die Teilung der Erde zwischen Spanien und Portugaldurch Papst Alexander VL, 4. Mai 1493. 1
Aus der Bulle „Inter caetera divinae“ an König Ferdinand vonAragonien und Königin Isabella von Kastilien. Mirbt, Quellen zur Geschichtedes Papsttums und des römischen Katholizismus, 3. Auf!., S. 185 f. Nach F. Kurze
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Unter den der göttlichen Majestät wohlgefälligen Aufgaben ist diefürwahr die vornehmste, den katholischen Glauben und die christlicheReligion zu erhöhen und überall zu verbreiten, barbarische Völker zuunterdrücken und zum Glauben selbst zu führen. Da Wir nun erkennen,daß Ihr als wahre katholische Könige dies nicht bloß wünscht, sondernalles Streben längst diesem Ziele gewidmet habt, wie die in heutigerZeit durch Euch zu so hohem Ruhme des göttlichen Namens gescheheneWiedergewinnung des Königreiches Granada von der Herrschaft derSarazenen 2 beweist, so fühlen Wir Uns verpflichtet, Euch solche Zu-geständnisse zu machen, daß Ihr durch sie solchen Vorsatz mit täglichglühenderem Mute zur Ehre Gottes und Ausbreitung des christlichenReiches ausführen möget.
Nach Wiedergewinnung des genannten Königreiches habt Ihr dengeliebten Sohn Christopliorus Kolumbus mit Schiffen und Männern, denendie gleiche Aufgabe oblag, entsandt, solche fernen und unbekannten Fest-länder und Inseln über ein bisher nicht befahrenes Meer sorgfältig zuerforschen. Und diese Männer haben endlich mit göttlicher Hilfe gewisseganz ferne Inseln und sogar Festländer, die bisher noch nicht entdecktwaren, gefunden, auf denen zahlreiche Völker friedlich lebend und, wieversichert wird, nackt einhergehend und kein Fleisch essend wohnen undzur Erfassung des katholischen Glaubens recht geeignet scheinen. Daherhabt Ihr Euch vorgesetzt, die erwähnten Festländer und ihre BewohnerEuch, wenn Gottes Gnade es vergönnt, zu unterwerfen und zum katho-lischen Glauben zu bringen.
Und damit Ihr den Bereich einer so großen Aufgabe freier undkühner ergreift, entscheiden Wir aus eigenem Antriebe und auf Grundsicherer Kenntnis und apostolischer Machtfülle: alle Inseln und Fest-länder, die entdeckt und noch zu entdecken sind, westlich und südlich [?]einer Linie vom Nordpol bis zum Südpol, die von jeder der Inseln, diegemeinhin Azoren und Kapverden heißen, hundert Leguas 3 nach Westenund Süden entfernt liegt, soweit sie nicht durch einen andern christlichenKönig oder Fürsten bis zum jüngst vergangenen Fest der Geburt Unseres
1 Die hier festgelegte noch unsichere Teilung'slinie wurde ein Jahr später,149-1,■ durch einen Vertrag' zwischen Spanien und Portugal auf den Meridian370 Meilen westlich der Kapverden verlegt, so daß die noch unbekannte neueWelt mit Ausnahme Brasiliens Spanien zufiel. Später, 1529, nach der FahrtMagallans, wurde auch der Große Ozean geteilt, so daß zunächst die Molukkenden Portugiesen, die Philippinen den Spaniern zufielen.
2 17. April 1492.
3 Siehe S. C, Anmerkung 1.