Band 
Dritter Teil.
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Mahlzeit aufgemästet sind. Es gibt eine Baumgärtnerstraße, wo alle imLande erzeugten heilkräftigen Wurzeln und Kräuter sich beisammenfinden. Es gibt Häuser wie Apotheken, w.o man zubereitete Arzneienverkauft, sowohl Tränke als Salben und Pflaster. Es gibt Häuser wieBarbierstuben, wo die Köpfe gewaschen und geschoren werden. Es gibtHäuser, wo man für Geld Essen und Trinken verabreicht. Es gibt Leutezum Lasttragen, wie die, die man in Kastilien Ganapanes nennt. Manverkauft viel Holz, Kohlen, tönerne Kohlenpfannen und Matten vonganz verschiedener Art, teils Schlafmatten, teils feinere zu Sitz- oderFußdecken in Sälen und Zimmern.

Es gibt alle Arten der dort vorkommenden Gartengewächse, be-sonders Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Gartenkresse, Brunnenkresse, Wohl-gemut]), Sauerampfer, Karden 1 2 3 * * * * nnd Artischocken. Es gibt Früchte vonmancher Art, darunter auch Kirschen und Pflaumen, . den spanischenähnlich. Man verkauft Bienenhonig und Wachs, auch einen Syrnp ansder Maisstaude, honigartig und süß, wie der des Zuckerrohrs'-. Auchwird der süße Saft einer Pflanze feilgeboten, die man hier und anderswoMaguey 8 nennt; er ist besser als eingemachter Most. Aus der gleichenPflanze bereiten sie Zucker und Wein und verkaufen dann beides. Auchsteht mannigfaltiges Baumwollengespinst in Gebinden von allen Farben zumVerkauf; man glaubt sich auf den Seidenwarenmarkt von Granada versetzt.Aber alles ist in größeren Massen vorhanden. Man verkauft Malerfarben,so viele es in Spanien geben mag, und von so vortrefflicher Schattierungals irgendwo. Man verkauft Wildhäute mit und ohne Haar, weiß oderverschiedenartig gefärbt. Man verkauft viel Töpferwaren von ganz vor-züglicher Güte. Man verkauft irdenes Geschirr, großes und kleines,Krüge und Töpfe und Fliesen und andere mannigfache Arten von Töpfer-waren, alle aus einem ganz besonderen Ton verfertigt und alle oderdoch die meisten glasiert und bemalt. Man verkauft Mais in Körnernund in Broten; er übertrifft an Körnerfülle wie an Geschmack den allerübrigen Inseln und Festländer. Man verkauft Pasteten von Geflügelund Torten von Fischen. Man verkauft viele frische und gesalzene Fische,roh und zugerichtet. Man verkauft Eier von Hühnern, Enten nnd allenden andern Vögeln, die ich genannt habe, in großer Menge, auch Kuchen,aus Eiern gebacken.

Kurz, man verkauft auf diesen Märkten alle Gegenstände, die sichirgend auf der ganzen Erde finden. Sie sind so zahlreich und mannig-

1 Weberdistel; sie wird in der Weberei verwendet. Die hakig'gekrümmtenSpitzen der Deckblätter ziehen feine Fasern aus dem Gewebe hervor, so daßeine gleichmäßige wollige Decke den Fadenverlauf des Zeugs verhüllt. Vgl.Bd. II des Quellenbuchs, S. 58, Anmerkung- 2.

2 Das Zuckerrohr wurde erst durch die Europäer nach Amerika verpflanzt.

3 Gemeint ist die Agave americana. Sobald sich der Blütenschaft zeigt,

wird die Gipfelknospe keransgescknitten. Der dadurch entstehende Kessel von

etwa einem halben Meter Durchmesser füllt sich täglich mehrmals mit einem

zuckerhaltigen Saft, der durch Gärung das Nationalgetränk der Mexikaner alter

und neuer Zeit, Pulque, ergibt.