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Ihren Fahnen unser Vaterland geadelt werde; und unter Ihren Zeichenerfülle sich die Prophezeiung Petrarcas:
Tugend greift dann zum Schwert
Wider die Wut, und bald wird Sieg erworben:
Ist doch der alte Wert
In welschen Herzen noch nicht ausgestorben.
16. Lionardo da Vinci, 1452—1519, über die 3Ialerei.
Lionardo da Vinci, Libro di pittura, I. Teil, Kap. 27, 34 und 12. Nachder Ausgabe und Übersetzung von Heinrich Ludwig, Quellenschriften zurKunstgeschichte, Bd. XV.
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Mit Recht beklagt sich die Malerei, daß sie aus der Zahl der freienKünste ausgestoßen sei; denn sie sei eine echte Tochter der Natur undihr Werkzeug der feinste menschliche Sinn, der des Auges. Deshalb, ihrSchriftsteller, habt ihr Unrecht getan, sie aus der Zahl dieser freienKünste fortzulassen. Denn sie müht sich nicht nur um die Werke derNatur, nein, auch um zahllose andere, welche die Natur nimmer erschuf.— Es war wahrscheinlich nicht ohne Grund, daß die Schriftsteller dieMalerei nicht adelig sprachen; denn sie adelt sich durch sich selbst. DieMalerei ist nicht weniger von Adel, weil wenige Maler das Schriftstellernzum Beruf machen, da ihr Leben nicht ausreicht, jene auszulernen.
Willst du die Malerei geringschätzen, welche die einzige Nach-ahmerin aller sichtbaren Werke der Natur ist, so wirst du sicher einefeine Erfindung mißachten, die mit philosophischer und kunstreicher Be-trachtung alle Formen der geschaffenen Welt nach ihrem Wesen erfaßt:Meere, Landschaften, Pflanzen, Tiere, Kräuter und Blumen, kurz alles,was von Schatten und Licht umgrenzt ist. Wahrhaftig ist also die Malereieine Wissenschaft und eine rechtmäßige Tochter der Natur. Oder wirsagen wohl besser, sie ist eine Enkelin der Natur; denn alle Dinge derErscheinungswelt sind aus der Natur entsprossen, aus diesen Dingenaber die Malerei. So werden wir sie richtig eine Enkelin der Naturnennen und Gott verwandt.
17. Aus der Utopia des Thomas Morus, 1516.
«De optimo statu reipublicae deque nova insula Utopia», Löwen 1516.Übersetzt von Hermann Kothe.
Thomas More (Morus) 1480—1535, ein geistvoller Mann von umfassendemWissen, mit dem geistesverwandten Erasmus von Rotterdam in Freundschaftverbunden, war Kanzler König Heinrichs VIII. von England. Als Gegner derReformation folgte er aber dem König im Kampfe gegen das Papsttum nichtund erhob auch rechtliche Bedenken gegen dessen Scheidung von der KöniginKatharina. Er büßte dafür unter dem Beile des Henkers. In seiner Utopia