Band 
Dritter Teil.
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Dies ist noch nicht alles. Die Eeichen vermindern täglich den Lohnder Armen nicht allein durch allerlei Schliche, sondern auch durch dieVeröffentlichung von Gesetzen, die darauf hinzielen. Eine so üble Vergeltunggegen die, welche auf den größten Dank des Staates Anspruch hätten,erscheint anfangs schon als eine unwiderlegliche Ungerechtigkeit; aberdie Reichen haben diese Abscheulichkeit in ein Recht verwandelt, indemsie sie durch Gesetze heiligten. Ich sehe daher in den blühendsten Staaten,verzeihe mir Gott, nichts als eine Verschwörung der Reichsten, dieunter dem stolzen Namen und Aushängeschilde des Staates nur tun,was sie wollen. Die Verschworenen suchen durch jede Art von Trug,durch alle möglichen Mittel folgenden, doppelten Zweck zu erreichen:erstens sich den gewissen und unbeschränkten Besitz eines mehr oderweniger schlecht erworbenen Vermögens zu sichern, zweitens das Elendder Armen, sowie die Armen selber zum eigenen Vorteile zu mißbrauchenund um den möglichst niedrigen Preis ihre Arbeiten und Anstrengungenzu erkaufen.

Und diese Machenschaften, welche die Reichen im Namen des Staatesund folglich auch im Namen der Armen festgestellt haben, wurden zuGesetzen.

III. Die Reformationszeit in Deutschland.

18. Aus Luthers Thesen gegen (len Ablaß, 1517.

Mirbt, Quellen zur Geschichte des Papsttums und des römischen Katholi-zismus, 3. Aufl. S'. 188—191. — Faksimile-Druck in Ullsteins Weltgeschichte,Neuzeit, zwischen S. 224 und 225. Nach Rinn und Jüngst.

1. Da unser Herr und Meister Jesus Christ spricht: Tut Buße usw. *,hat er gewollt, daß alles Leben der Gläubigen Buße sein soll.

2. Dies Wort kann nicht vom Sakrament der Buße verstanden werden,das heißt von dem Akt der Beichte und Genugtuung, der durchs Amtder Priester begangen wird.

3. Doch meint es auch nicht nur die innerliche Buße; vielmehr istkeine innerliche Buße denkbar, die nicht zugleich nach außen wirkeallerlei Ertötung des Fleisches.

5. Der Papst will und kann keine anderen Sündenstrafen erlassenals die, welche er nach seinem oder nach der kirchlichen SatzungenBefinden auferlegt hat.

20. Wenn der Papst daher vollkommenen Erlaß aller Strafen ver-leiht, so meint er damit nicht schlechthin alle, sondern nur die, die erauferlegt hat.

21. Daher irren alle die Ablaßprediger, welche verkündigen, daßdurch des Papstes Ablaß der Mensch von aller Strafe los und selig werde.

1 Matth. 4,17: Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.