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gesetzt haben, dardureh uns das göttliche Wort an viel Enden fälschlichausgelegt wird, oder gar nichts fürgehalten. Ach Gott vom Himmel,erbarm dich unser, o Herr Jesu Christe, bitt für dein Volk, erlös uns zurrechten Zeit, erhalt in uns den rechten wahren christlichen Glauben.
0 Gott, nun hast du mit Henschengesetzen nie kein Volk also gröb-lich beschweret als uns arme unter den römischen Stuhl, die wir füglichdurch dein Blut erlöst frei Christen sollen sein. 0 höchster himmlischerVater, geuß in unser Herz durch deinen Sohn Jesum Christum ein solchLicht, dabei wir erkennen, zu welchen Geboten wir zu halten gebundensind, auf daß wir die andern Beschwerniß mit gutem Gewissen fahrenlassen und dir, ewiger himmlischer Vater, mit freiem fröhlichem Herzendienen mögen. Und so wir diesen Mann verlieren, der do klarer ge-schrieben hat, dann nie keiner in 140 Jahrn gelebt, den du ein solchenevangelischen Geist geben hast, bitten wir dich, o himmlischer Vater,daß du deinen heiligen Geist wiederum gebest einem andern, der dodein heilige christliche Kirch allenthalben wieder versammel, auf daßwir all rein und christlich wieder leben werden . . .
. . . Darum sehe ein jeglicher, der Doktor Martins Luthers Bücherliest, wie sein Lehr so klar durchsichtig ist, so er das heilig Evangeliumlehrt. Darum sind sie in großen Ehren zu halten und nit zu verbrennen,es war dann, daß man sein Widerpart, die allezeit die Wahrheit wider-fecliten, ins Feuer würf mit allen ihren Opinionen, die do aus MenschenGötter machen wollen, aber doch, daß man wieder neuer lutherischeBücher druckt liätt. 0 Gott, ist Luther todt, wer wird uns hinfiirt dasheilig Evangelium so klar fürtragen! Ach Gott, was liätt er uns nochin 10 oder 20 Jahren schreiben mögen! 0 ihr alle fromme Christen-menschen, helft mir fleißig beweinen diesen gottgeistigen Menschen undihn bitten, daß er uns ein andern erleuchtten Mann sönd . . .
24. Thomas 3Iurner gegen Luther, 1522.
Thomas Murner, „Von dem grossen Lutherischen Narren wie in doctorMurner beschworen hat.“ Nach Heinrich Kurz, Thomas Murners Gedicht vomgroßen Lutherischen Narren, S. 73 ff.
Murner, 1475 (?}—1537, ein Elsäßer, trat 1491 zu Straßburg in den Fran-ziskanerorden ein. Einen sehr großen Abschnitt seines Lebens verbrachte erin Straßburg, trat aber bald da bald dort, in Deutschland und in der Schweizstreitbar gegen die Reformation auf. Längere Zeit lebte er in Luzern; auf derBadener Disputation von 1526 verteidigte er neben Eck die katholische Lehre.In der hier benutzten Schrift schildert er, wie aus dem krankhaft geschwollenenlutherischen Riesennarren viele einzelne Toren ans Tageslicht gefördert werden,die sich unter Luther als Hauptmann vereinigen und Räubereien und Zucht-losigkeiten begehen.