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An sant Matheis tag da der tag herbrach
da fieng wir an zü ziehen,
ich waiß wie den Schweizern 1 die sach gefiel,
si begunten gar pald fliehen;
da zugen wir in tiergarten 2 hin ein,
darnach stund unser verlangen,
sie hießen uns. all gotwilkummen sein
auß karthaunen und mit schlangen 8 .
Ein graf genant aus teutschem landmit namen der von Salinener griff den könig selber an,die lanzknecht 4 waren zerspalten,der vicereg ä des selben gleich;manch sper wurd in der mitt zerspalten,da stach mir all mit freiden drein,der lieb got sol sein walten!
B. Brief des Königs Franz I. aus Pizzighettone anKarl V. in Madrid.
Zeller, Captivite de Frangois Ier. Pavie et Madrid (1524—1526), S. 71 ff.
Wenn mir mein Vetter der Vizekönig 0 die Freiheit früher gestattethätte, hätte ich nicht so lange gewartet, um Ihnen gegenüber meinePflicht zu tun, wie es der Zeit und wie es dem Ort, wo ich mich be-finde, angepaßt ist. Ich habe keinen andern Trost in meinem Unglück,als die Achtung Ihrer Güte, welche, wenn es ihr beliebt, die Wirkungdes Sieges durch Ritterlichkeit gegenüber mir benutzen wird. Ich habedie bestimmte Hoffnung, daß Ihre Tugend mich nicht zu etwas zwingenwill, das nicht ehrenhaft wäre. Ich bitte Sie, in Ilirem eigenen Herzenzu entscheiden, was Sie mir aufzuerlegen gedenken; ich bin sicher, daßder Wille eines Fürsten Ihrer Art nur von Ehrenhaftigkeit und Groß-mut begleitet werden kann. Wenn es Ihnen daher gefällt, dies ehren-hafte Mitleid zu haben, die Sicherheit zu vermitteln, welche die Gefangen-schaft eines Königs von Frankreich verdient, den man zum Freund, nichtzum Verzweifelten machen will, können Sie sicher sein, sich statt einesunnützen Gefangenen einen Ihnen Ergebenen zu sichern, einen Königfür immer zu Ihrem Sklaven zu machen.
Also, um Sie nicht länger mit meinem unangenehmen Brief zulangweilen, schließt mit demütigen Empfehlungen an Ihre Wohlgewogen-heit derjenige, der der frohen Hoffnung ist, daß es Ihnen gefalle, ihn,anstatt Gefangenen, zu nennen
Ihren guten Bruder und FreundFranz.
1 Im französischen Heer. — 2 der vor der Stadt lag. — 3 Feldgeschütze.— 4 um den König. — 5 Marquis de Lannoy, Vizekönig von Neapel, der imkaiserlichen Heere focht, nahm den König als Gefangenen an. — 6 Lannoy,Vizekönig von Neapel.