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Als man mit dem Verlesen des Urteils fertig war, wollte er sprechen;aber man ließ ihn nicht und brachte ihn dahin, wo er vorher gesessen hatte.
Hernach wurden noch sechs weitere Ketzer verhört.
Nachdem diese Sieben beendet waren, stieg der Bischof von Palen-cia 1 von der Bühne der Inquisitoren herab auf einer rückwärtigen Treppe,die bis zu der hohen Bühne der Büßer führte, und man brachte dahinden Cazalla und seinen Bruder Francisco de Vivero, den Kleriker undden Maestro Alonso Perez. 2 Und man bekleidete alle drei mit Meßge-wändern, und der Bischof legte nur Stola, 3 Alba, 4 Amiktus 5 und Mani-pulns, 6 einen Mantel und eine Mitra an und degradierte alle drei, undCazalla wendete sich, ehe man ihm die letzte Weihe abnahm, auf denKnien zur Bühne des Prinzen und der Prinzessin und sagte mit ge-falteten Händen diese Worte: «0 Königin, ich bitte Eure Majestät umdes Leidens Christi willen, Sie wolle mir Erlaubnis geben lassen, einWort zu sagen, damit alle wissen, in welchem Gesetz ich sterbe.» Undsofort wendete man ihn zu dem Bischof zurück, ohne daß er irgendetwas anderes sagte. Nachdem man die Degradation beendet hatte, setzteman ihnen ihre Corozas auf, und der Bischof stieg wieder auf der Treppezur Bühne der Oidoren hinauf, und man brachte die übrigen und Cazallawieder zu ihren Plätzen. Und Cazalla sagte laut, ehe er sich wiederauf seinen Platz setzte, mit dem Kreuz in der Hand: '«Dies-will ichsagen, daß alle, die hier sind, wissen, daß ich im Gesetz Christi sterbe,und daß es mir leid tut, ihn beleidigt zu haben, und daß ich verdiene,daß mich wegen so großer Beleidigungen, wie ich sie gegen ihn begangenhabe, die Erde verschlinge. Es freue sich die Welt, und das Volk seifröhlich um solcher Gnade willen, wie Gott sie an mir getan hat, damitich meine Sünde erkenne.» Und mit diesen und ihnen ähnlichen anderenWorten setzte er sich.
Dann ging die Handlung weiter; im ganzen wurden 31 Ketzer vorgcfübrt.
Fünfundzwanzigster Büßer war der Bachiller 7 8 Herrezuelo,“ Bürgervon Toro. Er wollte nicht absagen; man verbrannte ihn lebendig miteinem Knebel an der Zunge. Die Ketzereien, in denen er starb, waren,daß es kein Sakrament noch Fegfeuer gebe, und andere. Er wurde auchzum Verlust seiner Güter verurteilt.
Schlag drei Uhr war das Auto beendet, und man führte vierzehnzur Verbrennung, und die Statue, 9 so daß es fünfzehn waren.;
1 Stadt (Bischofssitz) und Provinz in Alt-Kastilien.
5 Von dieser Persönlichkeit ist außer dem Namen nichts -bekannt.
3 Langer Stoffstreifen, der jochartig um den Hals getragen wird.
4 Langes, faltiges Amtsgewand aus weißer Leinwand.
3 Ein Hals und Schulter bedeckendes viereckiges Linnentuch.
r ' Ein streifenförmiges, am linken Oberarm getragenes Stück der Meßkleidung.
7 Bakkalaureus, niederer wissenschaftlicher Grad.
8 Jurist in Toro, einer der entschiedensten Vertreter des Protestantismus.s Die Statue einer schon gestorbenen Ketzerin, die nun nachträglich zum
Feuertod verurteilt wurde.