Band 
Dritter Teil.
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B. Don Juan d’Austria an den Sultan Selim II.

Deinen Brief und Dein Geschenk habe ich zum guten Zeichen er-halten. Das eine ist Deiner Freigebigkeit, der andre der Tapferkeitwürdig, welche es Gott gefallen hat mir zur Verteidigung seiner Gläu-bigen und zur Bekämpfung des osmanischen Hauses zu verleihen, welchemdieser unerfahrene Knabe, wie Du mich genannt hast, allein angefangenhat, den Schaden zuzufügen, den Deine Heerscharen erlitten haben. Dukannst Dir denken, welches Ende dies nehmen wird, da Du jetzt zu-gibst, daß ich ein Heerführer von ausgezeichneter Tapferkeit bin. Füralles danke ich Dir, und zum Zeichen meiner Erkenntlichkeit schicke ichDir den Griechen zurück, welcher auf Deinen Befehl hierher gekommenist, um die Rüstungen der Christen zu untersuchen.' Obgleich ich ihnhätte des Lebens berauben können, so habe ich es doch ihm nicht alleingeschenkt, sondern ihn auch alle meine Vorbereitungen und meine Plänesehen lassen, welche nur darauf ausgehen, Dich ohne Unterlaß zu be-kämpfen. Übrigens wirst Du es nicht verschmähen, es zur höchsten undgrößten Auszeichnung zu rechnen, welche Deiner Größe widerfahren kann,daß Juan d’Austria, der Christ, die Geschenke Selims, des türkischenKaisers, angenommen und seinen Brief beanwortet hat.

46. Heinrich VIII. von England gegen Luther, 1521.

König Heinrich VIII. von England, Adsertio septem sacramentorum. Nachder Übersetzung von M. Joh. Frick. Luthers sämtliche Schriften, Bd. XIX,herausgegeben von Johann Georg Walch, S. 161 ff., 166—170.

König Heinrich bekämpft in seiner Schrift Luthers Stellung zum Ablaß,verteidigt den päpstlichen Supremat und sucht die Siebenzahl der Sakramentegegenüber Luthers Angriffen in dessen kurz zuvor erschienenen Schrift „Vonder babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ zu retten.

*

Da ein Feind sich aufgemacht, der nicht schädlicher sein könnte, derdurch Eingebung des Teufels, unter dem Vorwand der Liebe, von Zornund Haß angetrieben, sowohl gegen die Kirche als gegen den katho-lischen Glauben ein Schlangengift ausspeit, so ist es nötig, daß widereinen allgemeinen Feind des christlichen Glaubens alle Knechte Christi,wes Alters, Geschlechtes, Standes sie sind, auftreten ... Ist auch wohljemals ein so schädliches Übel in die Herde Christi eingedrungen? Hatsich auch wohl jemals eine so vergiftete Schlange eingeschlichen, alsderjenige ist, der von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche ge-schrieben, der die heilige Schrift nach seinem Verstand wider die Sakra-mente Christi verdreht? ... 0 was für einen abscheulichen Stolz, wasfür eine Beschimpfung und Spaltung läßt und stößt dieser nicht von sich!Was für ein greulicher, höllischer Wolf ist nicht der, der die Herde Christi

1 Wohl als Spion.