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Gottes Willen, liebe Frennde, rettet euch». Während sie die erbrochenenTüren probierten, trat Beme ins Zimmer; er fand den Admiral im Nacht-kleid und fragte ihn: «Bist du der Admiral?» Dieser gab ihm zur Ant-wort — nach dem Berichte Atains —: «Junger Mann, ehre mein Alter!»Und dann, beim ersten Streich: «Könnte ich doch durch die Hand einesRitters sterben, nicht durch die Hand dieses Buben!» Auf diese Wortestieß ihm Beme, zum zweitenmal ausholend, den Degen durch den Leib,zog ihn wieder heraus und versetzte ihm mit der Schneide einen mäch-tigen Streich auf den Kopf.
Die Herzoge von Guise und von Aumale und der Ritter von Angou-leme, welche schon im Hofe angekommen waren, fragten, ob die Sachebesorgt sei; als Beme antwortete, ja, befahl man ihm, den Leib zumFenster hinauszuwerfen, was er tat; und der Admiral, noch nicht tot,klammerte sich ans Gitterwerk des Fensters, wovon er ein Stück mit sichriß. Man sagt, daß sie ihm mit einem Tuche das Blut am Gesichte ab-wuschen, um ihn zu erkennen, auch daß der Herzog ihm einen Fußtrittin den Leib versetzte, bevor er weiter durch die Straßen ritt, um über-all anzufeuern, zu einem gutem Ende zu führen, was so glücklich ange-fangen. Das Volk, durch die Palastglocke aufgeweckt, eilte zur Wohnungdes Toten und schnitt vom Leichnam alle Glieder ab, die mau abzuschneidenvermochte, insbesondere den Kopf, der bis nach Rom gebracht wurde.Sie schleppten ihn durch die Straßen, wie er, ohne daran zu denken, voraus-gesagt hatte, warfen ihn ins Wasser, zogen ihn wieder heraus, hingenihn in Montfaucon 1 an den Füßen auf und zündeten Feuer darunter an,um alle Elemente für ihre Rache zu gebrauchen.
Ein paar Tage später ging ein Diener des Herzogs von Montmorencydes Nachts nach Montfaucon, ganz allein, mit Zangen und Hämmern, umdie Ketten, womit der Leichnam angebunden war, zu zerbrechen. Er holteihn herunter, brachte ihn nach Chantilly ä , und dort bestattete er ihn inKalk. Seine W T ohnung wurde jedem, der wollte, zur Plünderung über-lassen, mit Ausnahme der Papiere, die die Königin nicht verfehlt hattebeschlagnahmen zu lassen.
Am Tore des Louvre und drinnen wurden getötet: Pardaillan, Saint-Martin, Beauvais und Pilles; - wie dieser letzte seine Gefährten tot sah,rief er: «Ist das der Friede, den der König mit seinem Treuwort unszugesichert? Räche, o Gott, diese Treulosigkeit!» Mit diesen Worten zoger seinen Mantel aus und starb unter den Streichen der Halbarten. DerVizegraf von Leran stand nach den ersten Streichen wieder auf undstürzte sich auf das Bett der Königin von Navarra; die Kammerfrauenretteten ihn. Grandmont, Duras, Gamaches und Bouchavanes verzieh derKönig, weil er erfahren, wie lässig oder treulos namentlich der letzte dervier gegenüber der [protestantischen] Partei war. Den König von Navarraund den Prinzen von Conde ließ er zu sich kommen und erklärte ihnen,alles, was sie sähen, sei auf seinen Befehl geschehen; er habe kein an-deres Mittel gehabt, all den Kriegen und Aufständen den Riegel zu
' Die Galgenstätte.
2 Städtchen mit Schloß im Departement Oise.