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70. Lied gegen den „Winterkönig“ 1 , um 1620.
F. W. von Ditfurth, Die historisch-politischen Volkslieder des dreißig-jährigen Krieges, herausgegeben von Karl Bartsch, S. 18 f. — Gekürzt, sonstwörtlich nach dem modernisierten Text der Herausgeber. Das Lied ist vor derSchlacht hei Prag 1620 entstanden.
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Ö du armer Winter-König,
Was hastu gethon,
Dali du so gar widerspännigDem Kaiser nimmst die Krön ?
Drum mußt du billig meidenDie Chur und Böhmer-Land,
Und mußt Noth darzu leiden,
Großen Spott und Schand.
Ach lieber Friez, mein gut Gesell,
Laß fahren diese Krön,
Bereitet ist dir schon die HellZu einem gewissen Lohn.
Denn welcher sich erhöhen thut,
Fällt tief in den Abgrund,
Ihm wird vergolten sein HochmuthWol in der Hellen Schlund.
Ach lieber Friez, mein junges Blut,
Dir wäre besser zu HandEin große eingeweichte Ruth,
Als diese große Schand.
Du hast es ja gar wol gewußt,
Daß nehmlich Ferdinand 2Der rechte König in Böhmen ist,
Wie männiglich bekannt.
Kein Churfürst 3 wirstu nicht mehr sein,
Das sing ich dir führwalir;
Vielleicht mußt du fuhren die SchweinAuf das kommende Jahr,
Und sein kein König im Böhmerland,
Siehe, was hastu gethan?
Ans Scepters Statt in deine HandEin Kolben tragen, schon.
0 lieber Friez, komme geschwindZum Kaiser Ferdinand,
Bekenne deine schwere SundUnd bitt um Gnad zuhand!
' Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz.s Herzog Ferdinand von Steiermark, Kaiser von 1619—1637.
5 Herzog Maximilian I. von Bayern strebte nach der pfälzischen Kurwürde.