Band 
Dritter Teil.
Seite
140
JPEG-Download
 

140

ihren Feldmarsehall, der tatsächlich mit einer Armee unseren Feinden,den Polen, beistand, so daß wir einen merklichen Nachteil erfahrenhaben. 1

Hierzu kommt, daß unsere hochbedrängten Verwandten und Schwäger 2uns dazu geraten haben, ja, der entschlafene. König 3 bei Lebzeiten mithöchstem Fleiß darauf hinwirkte, diesen Krieg zu unternehmen, dessengrößtes Ziel ja ist, unsere unterdrückten Religionsverwandten aus denKlanen des Papstes zu befreien, was uns hoffentlich mit Gottes Gnadegelingen wird.

ünd wie es ja in der Regel zu gehen pflegt, daß der Krug so langezum Wasser geht, bis er bricht, so wird es zum Schlüsse auch mit mirgehen; denn obgleich ich ja für die Wohlfahrt des schwedischen Reichesschon manche Gefahren bestanden und manchem Blutvergießen beigewöhnthabe, aus dem ich dank dem gnädigen Schutze Gottes bis jetzt nochohne leiblichen Schaden hervorgegangen bin, wird doch einmal der Zeit-punkt kommen, daß es mit mir vorbei ist und ich mein Leben lassenmuß. Darum will ich vor meiner Abreise zum letztenmal euch von nahund fern, Schwedens Untertanen und Stände, noch einmal um mich ver-sammelt sehen, damit wir uns gemeinsam mit Leib und Seele und allerWohlfahrt unserm allergnädigsten Gott befehlen können, wünschend,daß wir nach diesem jammervollen und mühsamen Leben uns nach GottesWillen wiedertreffen möchten in dem himmlischen und unvergänglichen,von Gott uns bereiteten seligen Leben.

Insonderheit will ich euch, des Reiches Räte, dem allmächtigen Gottbefohlen haben, von ganzem Herzen wünschend, daß euch nie guter Ratermangeln möge, und daß ihr euerm Amt und euern Würden vorstehenwollet zur Ehre Gottes, damit sein heiliges Wort unverfälscht für unsund unsere Nachkommen in unserem Vaterlande fortbestehen möge, sodaß Friede und Einigkeit grüne und blühe und aller Unwille, Uneinig-keit und Aufruhr fern bleibe ... . Dies mein Wunsch von ganzem Herzen.

In gleicher Weise will ich euch von der Ritterschaft Gott demAllerhöchsten inständig befohlen haben mit dem Wunsche, daß ihr beieuerm männlichen und ritterlichen Aufblühen verbleiben wollet, so daßihr und eure Nachkommen dazu helfet, daß der unsterbliche Ruhm derGoten, unserer Vorfahren, deren alter berühmter Name ja leider seitlanger Zeit vergessen, ja beinahe von Fremden verachtet ist, wieder er-langt und aufs neue über die ganze Welt verbreitet werde, wie dies jabereits während meiner Regierung durch-euer männliches Verhalten, euernunverdrossenen Hut, euere Opfer an Leben und Blut, worin ihr deralten Goten Tapferkeit habt durchschimmern lassen, hervorgetreten ist,damit. . . dieser Name aufs neue unsterblich werden und geachtet werden

1 Wallenstein hatte im Krieg zwischen Schweden und Polen, 1621—1629,den Feldmarschall Arnim mit einem starken Heere dem Polenkönig Sigismundzu Hilfe geschickt.

2 Die Herzoge von Mecklenburg und der Kurfürst von Brandenburg.

3 Karl IX., 1599—1611, der Vater Gustav Adolfs.