VI. Frankreichs Absolutismus undVorherrschaft in Europa.
83. Die Gründung der Academie fran<?aise, Januar 1635.
Pellisson, Histoire de l’Academie framjoise, 2. Aufl. S. 34 ff.
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Ludwig, von Gottes Gnaden König von Frankreich und Navarra,entbietet allen, Gegenwärtigen und Zukünftigen, seinen Gruß. Sobald Gottuns berufen, die Geschicke dieses Staates zu lenken, setzten wir unszum Ziele, nicht nur den Wirren abzuhelfen, welche die langjährigenBürgerkriege über das Land gebracht, sondern auch es mit allem Schmuckzu bereichern, welcher der glorreichsten und ältesten aller Monarchiendieser Erde geziemt. Und obgleich wir unaufhörlich an der Ausführungdieses Planes gearbeitet, war es uns doch bis anhin nicht möglich, ihngänzlich zu verwirklichen. Die Aufstände, die sich so oft in den meistenunserer Provinzen erhoben, und die Hülfe, die wir verschiedenen unsererVerbündeten zu geben verpflichtet waren, haben uns nicht gestattet, ananderes als an den Krieg zu denken, und uns die Ruhe nicht genießenlassen, die wir den andern verschafften. Aber da alle unsere Absichtengerecht waren, wurden unsere Unternehmungen auch von glücklichemErfolge gekrönt. Diejenigen unserer Nachbarn, die von ihren Feiudenbedrückt waren, leben jetzt in Sicherheit unter unserem Schutz. Dieöffentliche Ruhe läßt unsere Untertanen alles frühere Elend vergessen;und die Verwirrung ist endlich der Ordnung gewichen, die wir wieder-um unter ihnen haben aufleben lassen, dadurch daß wir den Handelwieder herstellten, in unsern Heeren auf strenge Beobachtung militärischerZucht drangen, Ordnung in die Finanzen brachten und den Luxus ein-schränkten. Jeder weiß, welchen Anteil an all diesen Dingen unserlieber und getreuer Vetter, der Kardinal Herzog von Richelieu gehabthat; und wir täten der Tüchtigkeit und der' Treue Unrecht, die er unsin allen unsern Angelegenheiten erwiesen, seitdem wir ihn zu unsermersten Minister erwählt, wenn wir in dem, was uns zum Ruhme und zurVerschönerung Frankreichs zu tun übrig bleibt, nicht seinen Räten folgtenund nicht seiner Umsicht die Abordnung und Leitung alles dessen, wasdazu nötig ist, überlassen würden. Als wir darum ihn von unserer Ab-sicht in Kenntnis setzten, hat er uns dargelegt, eines der glorreichstenZeichen der Glückseligkeit eines Staatswesens sei, daß darin die Wissen-schaften und die Künste blühen, die Literatur in Ehren stehe, nicht weniger alsdie Waffen, da sie ja eines der wichtigsten Mittel der Erziehung zurTugend ist. Nach so viel denkwürdigen Taten brauchten wir nur nochdas Angenehme zum Notwendigen, das Schöne zum Nützlichen zu fügen;nach seinem Ermessen könnten wir nicht besser anfangen als mit dervornehmsten aller Künste, der Beredsamkeit. Die französische Sprache,die bis jetzt nur allzusehr unter der Nachlässigkeit derer gelitten, die