Band 
Dritter Teil.
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auf keines; denn sie hassen .jnich alle. Ich glaube und es scheint so,daß, wer mich am wenigsten haßt, das ist unser König, und die micham meisten haßt, das ist die Maintenou.

94. Ein Mahnwort an Ludwig XIV., um 1699.

Fenelon, Sonderdruck vom Jahre 1825, Paris. Sailer, Briefe aus allenJahrhunderten. Nach Zurbonsen.

Fenelon, 1661—1715, französischer Schriftsteller und Kanzelredner, seit1694 Erzbischof von Cambrai» 1689 vertraute ihm Ludwig XIV. die Erziehungseiner Enkel an. Für den Herzog von Burgund schrieb er die Aventures deTelemaque als Muster für eine prinzliche Erziehung, Ohne Föneions Wissenveröffentlicht, wurde die Schrift, die man für eine Satire hielt, unterdrückt. Wegeneines religiösen Streites mit Bossuet fiel er in Ungnade. In freimütigster Weisekritisierte er des Königs Regierungssystem in folgendem berühmtem Briefe.

*

Sire! Die Persönlichkeit, die sich die Freiheit nimmt, diesen Briefan Sie zu schreiben, hat schlechterdings kein Interesse auf dieser Welt,das ihr die Hand führte.

Seft dreißig Jahren haben Ihre vornehmsten Minister alle Grund-pfeiler des Staates zuerst erschüttert und dann um gestürzt, um dieMachtvollkommenheit des Königs, die in den Händen der Minister derenEigentum geworden war, bis auf die höchste Stufe zu bringen. Es hatsich die ganze Sprache am Hofe geändert: Kein Wort hörte man mehrvon Staat und Staatsgesetz; es war nur immer die Kede von demKönige und dem Willen des Königs.

Ihre Einnahmen und Ausgaben sind ein Unendliches geworden.Man hat Sie bis in den Himmel erhoben. Um an Ihrem Hofe einenabenteuerlichen und unheilvollen Luxus einzuführen, haben die Vertrautendes Regenten den Thron auf den Ruinen aller Stände des Königreicheserheben wollen, gerade als ob Sie dadurch groß werden könnten, daßSie Ihre Untertanen klein und zu nichts machten, während doch dieGröße der Untertanen die wahre Grundlage aller königlichen Größe ist.

Man hat den königlichen Namen verhaßt und die französische Nationihren Nachbarn unerträglich gemacht. Es könnte kein Bundesgenosseaushalten, weil man nur Sklaven wollte. — Man hat blutige Kriegeentzündet. Ich weiß w'ohl, daß die erfolgten Friedensschlüsse die Un-gerechtigkeit der Eroberung zu decken scheinen, weil sie Ihnen diegenommenen Plätze eingeräumt haben. Aber ein Krieg, der in seinemBeginn ungerecht ist, wird durch ein glückliches Ende niemals gerecht.

Wahrhaft notwendig ist uns nur Eins. Und dieses Eins heißt:Gerechtsein 1 — Das Bedürfnis, die Grenze zu sichern, gibt Ihnen nochkeinen Rechtsgrund, Ihrem Nachbar sein Land zu nehmen. Fragen Siedarüber verständige, biedere Männer, und sie werden Ihnen bekennen,daß meine Behauptung So klar ist wie der Tag.

Sire! Sie hätten sich den so gegründeten und friedlichen Ruhm,ein Vater Ihrer Untertanen zu sein, erwerben können, und nun werden