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haben sind, sie voneinander dieselben in hohem Preiß kaufen, da danndie Compagnie nach erhaltener königlicher Conceßion wieder neue machet,und selbige in eben solchem Preiß unter die Käufer distribuiret.Die 4. Ursach ist, daß wenn die Leute einmal verdrossen werden undnicht mehr anbeissen wollen, die Königliche Banco durch öffentlichenAnschlag bekannt machen lasset, daß sie alle Actien in dem Preiß, inwelchem sie gegenwärtig sind, annehmen wolle, worüber sie augenblicklichwieder steigen, welches schon zu zweyen malen glücklich practiciretworden. Endlich kommt dieses vielen zu statten, daß die Compagnie,wenn man etwa nur ein Viertel von einer starken Actie an baaremGeld behehlet, das übrige creditiret und selbiges in gewissen Terminenannimmt; item, daß sie allerhand Obligationen, wenn sie nur einiger-massen liquide sind, wie auch Juwelen, Silber-Service und andere Kost-barkeiten, die mancher nicht brauchen kann, statt haaren Geldes annimmt.
Ob aber die Hoffnung eines grossen Gewinnes gegründet ist? obNeu-Frankreich ein so gesegnetes Land sey, wie die Frantzosen in ihrenNachrichten von Mijsifiipi die Welt blenden wollen? was ; r Intriguengebrauchet werden, die Leute hitzig zu machen? ob es recht ist, itemob es rathsam sey, daß ein Staat auf solche Weyse denen Untertanendas Geld aus dem Kasten ziehe und circuliren mache? item, ob diesesauch in andern Staaten practicable wäre? sind Fragen, die einer ge-naueren Untersuchung bedürffen. (Wöchentliche Relationen. Halle 1720, Nr 2.)
Frankreich. — Den 22. May ist zum Schrecken aller beym Actien-handel intereßirten Personen ein Schluß vom Staatsrath publiciret worden,in welchem ausgeführet wird, «daß gleichwie die Regierung bisher bemühetgewesen, den Preiß des Geldes zu mindern, und den Wert der liegenden Gründezu erhöhen, welches durch Einführung der papiernen Waaren geschehen:also man jetzund, da die Actien und Müntz-Zettuln in ungemeinem hohemPreiß wären, bedacht seyn müste, zum Behuf der Handlung mit auswärtigenLändern zwischen dem baaren Gelde und de» Zettuln die rechte Proportionzu setzen: weswegen alle Actien und Müntz-Zettuln von dato an bis zumEnde dieses Jahres alle MOnathe 50 weniger gelten solten, bis sie aufdie Helfte würden herunter gefallen seyn», nach welcher Proportioneine Actie, so jetzo 9000 gilt, aufs neue Jahr nur 4500 gelten wird.Doch sollen sie zur Bezahlung der Land-Steuer und für Leib-Renten beyder Compagnie bis dahin für voll angenommen werden. . .
P. S. Die Reduction der Actien und Müntz-Zettuln hat zu Parisund in anderp grossen Städten in Frankreich eine so grosse Bewegungverursachet, daß man, aus Furcht eines allgemeinen Aufstandes, denman sich durch alle dagegen gemachte Anstalten nicht zu verhinderngetrauet, sich genöthiget gesehen, den sechsteU Tag darauf durch einenneuen unterm 27. May abgefaßten Schluß vom Staats-Rath obige Reductionzu revociren, und dis Actien bey ihren vorigen Preiß zu lassen. (Wöchent-liche Relationen. Halle 1720, Nr. 23.)
Paris,vom4. Junii. — Obgleich die Diamanten hier theuer seynd,werden doch selbige von denen, so viel Banco-Zettel haben, häuffig auf-gekaufft, und zwar bloß darum, damit sie-des Papier-Geldes loß seynmöchten. (Berlinische Ordinaire Zeitung 1720. Nr. 70.)
Flach n. Gaggenbühl, Quellenbuch III U