Band 
Dritter Teil.
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Und dennoch ist es anf der anderen Seite, wenn nicht Vorsicht angewandtwird, nichts anderes, ein gutes Buch totzuschlagen, als einen guten Manntotzusclilagen. Wer einen Menschen totschlägt, erschlägt eine vernünftigeKreatur, Gottes Abbild; aber wer ein vernünftiges Buch vernichtet,schlägt die Vernunft selbst tot, vernichtet das Bild Gottes gleichsam imAuge. Mancher Mann lebt der Erde zur Last, aber ein gutes Buch istdas kostbare Lebensblut eines Meistergeistes, einbalsamiert und aufgeschatztfür ein Leben nach dem Leben. Man darf die Geister nicht einsperren:Es ist Zeit, frei zu sprechen und zu schreiben' über alle öffentlichenDinge. Siegen wird ohnehin nur die Wahrheit!

105. Aus Miltons „Schutzrede für das englische Volk“, 1651.

John Milton, Defensio pro populo anglicano contra Claudium anonymumvulgo Salmasium. — Nach Troxler, Fürst und Volk nach Buchanans undMiltons Lehre, S. 83 ff.

Miiton wurde nach der Hinrichtung Karls I. Staatssekretär. Als Claudede Saumaise (Salmasius), Professor in Leijden, im Auftrag des verbannten Karl II.von England eine Verteidigung Karls I., Defensio regia pro CaroloL, schrieb, wurde.Milton vom Staatsrate beauftragt, eine Erwiderung zu verfassen. So entstandseine Schutzschrift, die auch im Ausland fast ungeteilten Beifall fand. Als„master piece“ hat sie neben, dem Paradise lost den unsterblichen RuhmMiltons begründet.

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Jeder von uns verdankt das Dasein seine'm Vater, der König aberuns allen das seine; die Natur hat uns allen Väter gegeben, wir aberhaben uns selbst Könige gesetzt; die Könige gehören also den Völkern,nicht die Völker den Königen. Des Vaters Macht ist nieSt grenzenlos.Tötet ein Vater seinen Sohn, so verdammen ihn die Gesetze zum Tode.Warum sollte es nun mit einem Könige nicht ebenso sein? Warum sollteer ausgenommen sein von dem Gesetz, wenn er sein Volk zu Grunderichtet ?

Der König ist kein Wesen, dem die höchste souveräne Gewalt inne-wohnt, das niemand als Gott verantwortlich ist für seine Handlungen,das tun kann, was ihm beliebt, und keinem Gesetz unterworfen ist. Eshat zu keiner Zeit irgendein Volk gegeben, 'das seinen. Königen einesolch außerordentliche Gewalt zuerkannt hat! Und wie hätte auch je einanderer, als ein dem Despotismus verkaufter Schriftsteller so niedrigdenken können, um die Rechte des Königtums auf die Ausschweifungender Tyrannei zn gründen ? Diese Lehre ist das offenbarste Zeugnis voneiner Sklavenseele; denn, wenn es einem Könige erlaubt ist, zu tun,was ihm beliebt, so gibt es keinen mehr, der den Namen eines Tyrannenverdiente. Er braucht und übt ja nur sein Recht, indem er tut, was erwill. Er kann ungestraft alle menschlichen und göttlichen Gesetze ver-letzen, und er bleibt schuldlos, wird niemals strafbar. Es gibt keineScheußlichkeit, keinen Grfeuel, dem er nicht ganz legitimer Weise sich