Band 
Dritter Teil.
Seite
229
JPEG-Download
 

229

ärgern könnten, — wer mehr Freiheit begehrt als dies, der verdient über-haupt keine!

Ich glaube bestimmt, daß, wenn wir in dieser Weise auf Reformbedacht sind, es uns gelingen wird, den Unterhalt für gute Prediger zubeschaffen, sei es durch Zehnten oder sonst. Was mich betrifft, würdeich es für sehr unehrenhaft halten, den Zehnten abzuschaffen, ehe ichsehe, daß die gesetzgebenden Behörden für eine andere Art des Unter-haltes sorgen. Wer immer sie seien, die für Abschaffung des Zehntenskämpfen, sie geben den Predigern den Todesstoß. Ich habe von einemder besten Prediger von England gehört, daß sie bei weitem lieber aufeinem andern Wege als durch Zehnten erhalten sein möchten, wenn derStaat dafür sorgen wollte. Ich glaube darum, daß, um der Kirche, demVolk Gottes und den Gläubigen verschiedener Richtungen ihre Freiheitzu erhalten, das Beibehalten dieses Verfahrens, wie es eine Wurzel desäußern Gottesdienstes gewesen ist, sich auch ferner als segenbringeöderweisen wird. Wenigstens wenn Gott euch Herzen schenkt, die die Dingeweiter im Gleichgewicht erhalten, was so nötig und gut wäre!

Es gäbe in Bezug auf Reformen noch anderes für euch zu tun, eineReform der Sitten — aber ich vergaß, noch etwas zu bemerken —, nämlichdaß jenes, wie ihr wißt, eigentlich Sache der Kirche ist. Nun appelliereich an euer Gewissen: ist nicht in dieser Hinsicht alles getan worden,um anstößige Prediger zu entfernen und solche einzusetzen, die einenAusweis haben, und zwar einen, wie ihn England noch nie zuvor ver-langt hatte? Und mit dem großen Unterschied gegen früher, daß es denen,die über die erforderliche Tüchtigkeit entschieden, nicht als genügenderAusweis galt, Doktor oder Pfarrer von irgendeiner Universität zu sein,obgleich sie, ich darf dies wohl sagen, große Hochachtung vor dem Wissenhaben und es glauben, daß die Gnade noch mehr ausrichtet, wenn siesich über einen ausgießt, der Wissenschaft hat, als über einen ohne diese,und daß sie von ganzem Herzen- allen diesen Stätten der Weisheit Ge-deihen wünschen, so viel wie nur irgend jemand? Freilich, die bestender von uns Angenommenen gaben nicht viel darauf. Ich glaube sagenzu dürfen, daß wir sehr gewissenhaft waren, sowohl die Prediger alsich, in betreff derer, die tüchtig erfunden wurden, so wie es gewiß kaumzuvor in England in dieser Sache geschehen ist. Und mir scheint wirklich,Gott fördere einen guten Nachwuchs für das Pfarramt unter der gegen-wärtigen Jugend an den Universitäten, der statt Bücher das eigene Herzstudiert. Und ich glaube, daß, da Gott einen so guten und gedeihlichenSamen zu diesem Zwecke ausgestreut hat, das Predigtamt in Englandeinen Aufschwung nimmt wie nie zuvor, und daß Gott, dessen bin ichüberzeugt, es segnen wird, ja, es schon gesegnet hat dadurch, daß eres viele Seelen gewinnen ließ. Und darum bin ich überzeugt, daß ihrso weit davon entfernt seid, diese unsere Anordnungen und Einrichtungen,die zur Ausbreitung des Evangeliums Und des allgemeinen Predigtamteshelfen sollen, zu hindern, daß ihr sie vielmehr fördern werdet. Und ichwerde mich bereitwillig mit euch verbinden.

Ich habe euch etwas angedeutet über die Reform der Sitten; dieÜbelstände, die die Unordnung in unserm Lande geschaffen haben, sollten