Band 
Dritter Teil.
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von euch recht zu Herzen genommen werden. Es galt ja wahrhaftigwährend dieser letzten fünfzehn, sechzehn oder siebzehn Jahre in diesemLande als Schande, ein Christ zu sein. Es galt als Schande, es war einVorwurf und wurde als Puritanismus gebrandmarkt. Wir möchten denAdel und die Edelleute aufreehthalten, und der Weg dazu ist, daß mannicht duldet, daß sie das Laster beschützen und befürworten. Und ihrwerdet mit dazu beitragen, solches zu tun. Wenn wir lau und gleichgültigwerden unter irgendwelchen nichtigen Ausflüchten, so kann jedermann klarVoraussagen, was aus uns wird. Wenn es uns innerlich erfüllt, wenn allemitheifen, so bin ich gewiß: das, wovon das Wohl des Landes abhängt,ist Reform. Macht, daß es als Schande gilt, wenn man zusieht, wie sichdie Leute in Sünde und Gottlosigkeit brüsten, dann wird Gott euchsegnen. Und ihr werdet dem Lande zum Segen werden, und damit werdetihr mehr Übeln abhelfen, als durch irgend etwas anderes. Das betrifftdie Seelen der Menschen, ihren Geist, und das ist ja der eigentlicheMensch. Die Gesinnung macht den Menschen aus. Wenn diese rein ist,so hat der Mensch einen Wert, wenn nicht, so wüßte ich wahrhaftignicht, was für ein Unterschied wäre zwischen ihm und einem Tier; erist nur etwas mehr befähigt, Unheil anzurichteu.

108. Cromwell und die Waldenserverfolgung von 1658in Savoyen. 1

Oliver Cromwell, Briefe und Reden. Übersetzt und erläutert ’sonM. Stäbelin und P. Wernle, Nr. 293.

Nach den schrecklichen Massakern des Sommers 1655 hatten die Waldenser,vor allem durch Cromwells Vermittlnng, den Frieden von Pignerol erlangt, derihnen ihre frühere Religionsfreiheit bestätigte. Auf die Kunde von neuenDrangsalierungen der Waldenser durch Herzog Karl Emanuel sandte Cromwell,

1 Auf die Waldenserverfolgungen in Savoyen bezieht sich auch nach-folgendes Sonett Miltons:

0 Herr, nimm Rache an den blut’gen Schergen,

Die Holz und Steine ihre Götter nannten,

Da schon das Evangelium bekannten,

Die sie gemordet in den eis’gen Bergen.

0, räche sie! die, jetzt in kalten Särgen,

Dereinst in warmer Lieb’ für dich entbrannten:

Befrei’ die Welt von jenen blut’gen Banden,

Die deine Schaf geschlachtet ln den Pferchen,ihr Stöhnen hallt von Berg und Hügel wider,

Zum Himmel stieg’s empor zu deinem Throne;

Im Schicksalsbuche schriebest du es nieder.

Vergiß sie nicht, die blut’ge Saat! Zum LohneBefreit von Knechtschaft, tapfer, fromm und bieder,

Ein neu Geschlecht in jenen Tälern wohne!