Band 
Dritter Teil.
Seite
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Jean Baptiste Rousseau 1 in seinen Briefen:

Die deutsche Nation ist begeistert von der unerschütterlichen Festig-keit, dem Gleichmut, der Milde, Einfachheit und überhaupt von allen«bürgerlichen» Tugenden des Prinzen. Man läßt ihm allgemein die Ge-rechtigkeit zuteilwerden, auf die er Anspruch machen darf, und schenktihm die hohe Achtung und Bewunderung, deren er würdig ist.

Eugens Bibliothek ist ziemlich groß und besteht aus vielen guten,schön gebundenen Büchern. Aber erstaunlich ist, daß es fast kein Buchgibt, das der Prinz nicht gelesen oder wenigstens durchblättert hat,bevor er es zum Buchbinder schickt. Es ist kaum zu glauben, daß einMensch, der die Last fast aller Geschäfte Europas auf seinen Schulternträgt, oberster Feldherr des Reiches und erster Minister des Kaisersist, so viel Zeit zum Lesen findet, als hätte er gar nichts anderes zutun. Er versteht von allem etwas, zeigt aber für nichts spezielle Vorliebe;da er nur zu seiner Erholung liest, so weiß er aus seiner Lektüre, ebensowie aus der amtlichen Beschäftigung Nutzen zu ziehen. Sein Urteil istvon auffallender Richtigkeit, sein Betragen von höchst anziehenderEinfachheit. Als Krieger ist er ein Philosoph, der Würden und Ruhmmit Gleichgültigkeit betrachtet und Fehler, die er begangen, mit solcherOffenheit berichtet, als ob von einem andern die Rede wäre. Kalt beider ersten Begegnung, wird er bei längerem Umgang sehr vertraulich.Die Vorzüge anderer bewundert er viel mehr als seine eigenen.

Friedrich der Große über Prinz Eugen:

Wenn ich etwas tauge, wenn ich etwas von meinem Handwerk ver-stehe, namentlich in schwierigen Feinheiten, so verdanke ich es demPrinzen Eugen.

Ich habe den Prinzen während des Feldzuges am Rhein gesehen.Obgleich das Alter und die Anstrengungen ihn schwach gemacht, hatteer immer noch sehr glänzende Augenblicke.

Prinz Eugen konnte auch geschlagen werden; denn er wußte alsgroßer Feldherr Verluste wieder gutzumachen.

Die Ursache für Kaiser Karls VI. Unglück ist allein der Verlustdes Prinzen Eugen. Nach dem Tode dieses großen Menschen gab esniemand mehr, der ihn ersetzen konnte. Dem Staate fehlte der Nerv';er fiel dem Siechtum anheim.

117. Prinz Engen vor Belgrad, 1717.

Ditfurth, Historische Volkslieder von 1648—1756,'S. 278 f.

Nach sechswöchiger Belagerung Belgrads durch den Prinzen Engen nahteder Großvezier mit gewaltiger Macht zum Entsätze der Stadt; er wurde ge-schlagen und die Festung genommen. „Im einzelnen wenig zuverlässig, schildertdas Volkslied den Helden meisterhaft und trifft den dem Ereignis angepaßtenmarkigen Ton“. Es gibt über 25 Eugeniuslieder.

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1 J. B. Rousseau, nicht zu verwechseln mit Jean Jacques Rousseau, lebtevon 1670—1741 und war lyrischer Dichter.