251
Prinz hier geblieben, wäre er nimmermehr ein so großer General ge-worden; denn hier plagten ihn alle jungen Leute und lachten ihn aus.
Ludwig vonßaden, Reich8feldmarschall, stellte den Prinzen 1685 deinKaiser vor mit den Worten:
Dieser junge Savoyarde wird mit der Zeit alle diejenigen erreichen,welche die Welt jetzt für große Feldherren ansieht.
Der französische Marschall Villars:
Der Prinz von Savoyen hat viel Mut, mehr ruhigen Verstand alssprühenden Geist, großen Eifer, ein guter Offizier zu werden, und dieFähigkeit, es eines Tages zu sein. Er besitzt Ruhmsucht und Ehrgeizund alle Gefühle eines frommen Mannes.
Villars über Eugen auf dem Rastatter Friedenskongreß:
Nichts hat mich in meinem Leben so viel Mühe gekostet, als bei denUnterhandlungen die Redlichkeit des Prinzen Eugen nicht zu beleidigen;denn der Charakter dieses Prinzen flößt jedem eine gewisse Ehr-furcht ein.
Graf von Starhemberg, der Verteidiger Wiens, empfahl den Prinzendem Kaiser 1697:
Ich weiß niemand zu nennen, der mehr Verstand, Erfahrung, Fleißund Eifer für des Kaisers Dienst, der eine großmütigere und uneigen-nützigere Gesinnung, der die Liebe der Soldaten in höherem Grade be-sitzt als der Prinz.
Der englische Feldherr Marlborough:
Es liegt im Charakter dieses Feldherrn, Schwierigkeiten und Hinder-nisse zu sehen, bevor er ans Werk schreitet. Rückt aber der Augenblickder Ausführung heran, dann wird er ganz Kraft und Tätigkeit, wasseine frühere Verzagtheit aufwiegt.
Der englische Gesandte Hill, als Eugen zum Entsätze Turins erwartetwurde:
W T ir schlafen ruhig in Turin, im vollsten Vertrauen, daß PrinzEugen zu unserer Rettung alles tun wird, was er vermag. Denn wirhaben sein Wort dafür, und niemand kann dieses auch nur im ent-ferntesten anzweifeln.
Die Feinde befinden sich dadurch im Vorteil, daß sie die Städte,Flüsse und Pässe innehaben. Aber ich glaube, wir besitzen die Über-legenheit im Genie des Prinzen Eugen, in seiner Tapferkeit und seinenglänzenden Fähigkeiten.
Bischof Burnet 1 über Eugen während dessen Londoner Aufenthaltes:
Eugen ist von der natürlichsten Bescheidenheit der Welt; kaumerträgt er die Ehrenbezeugungen, die ihm jeder gerechterweise dar-bringt. Er steigt gerne von seinem hohen Range herab, um mit denLeuten, mit denen er spricht, auf einer Stufe zu stehen. Niemals drückter sich in der Konversation rechthaberisch aus, sondern denkt über allesnach, was er sagt.
1 Siehe Nr. 110 und 112.