Band 
Dritter Teil.
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damit jedermann den heilsamen Einfluß der Manrerei erkenne, wie alleechten Maurer getan haben von Anbeginn der Welt und tun werden bisans Ende der Zeiten. Amen, so möge es sein.

185. Aus Voltaires Briefen über die Engländer, 1733.

Voltaire, Lettres sur les Anglais, Brief I—VI, VIII—X. — NachSpainer, Weltgeschichte, Bd. VIH, S. 15 ff.

Die Briefe über die Engländer sind eine Frucht von Voltaires Aufenthaltin England. Sie enthalten eine Darstellung englischer Verhältnisse in Verbin-dung mit einer scharfen Kritik der französischen Zustände. Das Buch erregteungeheures Aufsehen. Der Drucker wurde in die Bastille geworfen, derBestbestand der Auflage durch Henkershand zerrissen und verbrannt „ alseine Ärgernis erregende, der Beligion und den guten Sitten feindliche, sowiedie der Obrigkeit schuldige Achtung untergrabende Schrift“.

*

Brief I — IV. — Ich besuchte den Mann 1 auf seinem Landsitzein der Nähe von London; es war ein kleines, hübsch gebautes Haus,ohne Zierat, aber glänzend von Sauberkeit. Der Quäker war ein frischerGreis, der nie eine Krankheit gekannt hatte, weil ihm Leidenschaftenund Ausschweifungen fern geblieben waren. Ich habe nie in meinemLeben ein vornehmeres und gewinnenderes Gesicht gesehen. Bekleidetwar er, wie alle Glieder seiner Sekte, mit einem Rock ohne Taille, ohneKnöpfe an den Taschen und den Ärmeln, und auf dem Kopf hatte ereinen Hut mit niedergeschlagener Krempe, wie etwa unsere Geistlichen.Diesen Hut behielt er bei meinem Empfang auf und trat auf mich zu,ohne sich im geringsten zu verbeugen; aber in seinem offenen undfreundlichen Gesichtsausdruck lag mehr Höflichkeit, als in dem Gebrauch,einen Kratzfuß zu machen und das in der Hand zu tragen, was zur Be-deckung des Hauptes bestimmt ist. «Freund», sagte er zu mir, «ichsehe, daß du ein Fremder bist; wenn ich dir behilflich sein kann,brauchst du’s nur zu sagen». Nun machte der Besucher einige höflicheRedensarten, die ihm der Alte als überflüssig verweist; man setzt sichzu einem einfachen Mahle, das mit Dank gegen Gott begonnen und be-endet wird, und dann beginnt das Examen. «Mein werter Herr», sagteich, «sind Sie getauft?» «Nein», antwortete mir der Quäker, «meineBrüder sind es auch nicht, » « Donnerwetter », erwiderte ich, « dann sindSie ja gar kein Christ. » «Mein Freund», entgegnete er in sanftem Tone,«fluche nicht! Gewiß sind wir Christen und bemühen uns, gute Christenzu sein; aber wir denken nicht, daß das Christentum in einer Handvoll Wasser, auf das Haupt eines Kindes geworfen, besteht». «Du

1 Einen Quäker. In den Briefen über die Quäker stellt der Verfasserden einfachen Glauben der Sekte dem Pomp, der Anmaßung, der Dogmenwutder französischen Kirche gegenüber, wobei er sich mit raffiniertem Geschickals Berichterstatter mit französisch-kirchlichem Standpunkt aufspielt; um somehr wirkt seine vom Gegenteil durchdrungene Schilderung.