Band 
Dritter Teil.
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raubend: man wäge diese Attentate ab und dann richte man! . . . Manhört hier nicht von hoher, mittlerer und niederer Gerichtsbarkeit reden,noch auch von dem Rechte, auf dem Grundstück eines Burgers zu jagen,der seinerseits nicht die Freiheit hat, auf eigenem Grund und Bodeneine Flinte abzuschießen . . . Ein Mann ist hier keineswegs von der Ent-richtung gewisser Steuern befreit, weil er ein Edelmann oder Priesterist; alle Auflagen werden von dem Hause der Gemeinen geregelt, das,wenn auch das zweite dem Range nach, doch das erste im öffentlichenVertrauen ist. Die Lords und Bischöfe können wohl eine Bill der Ge-meinen ablehnen, wenn es sich um neue Steuern handelt, aber sie habenkein Recht, etwas daran zu ändern; sie müssen sie entweder annehmenoder ablehnen, ohne irgendwelchen Vorbehalt. Wenn die Bill von denLords bestätigt und vom König gebilligt worden ist, dann zahlt ebenjedermann und zwar nicht nach seinem Range, was als albern empfundenwürde, sondern nach seinem Einkommen. Hier gibt es keine Taille, nochwillkürliche Kopfsteuer, sondern eine ehrliche Steuer auf den Grundbesitz,der vollständig abgeschätzt worden ist unter dem berühmten KönigWilhelm III . 1 . . . Die Grundsteuer bleibt immer dieselbe, mag auch dasEinkommen von den Gütern gestiegen sein; so sieht sich niemand gedrückt,und niemand beklagt sich; der Bauer sieht seine Füße nicht von Holz-schuhen zerschunden; er ißt Weißbrot, ist gut gekleidet; er scheut sichnicht, seinen Viehstand zu vermehren, noch auch sein Dach mit Ziegelneinzudecken, weil er etwa nächstes Jahr darum in eine höhere Steuer-klasse kommen könnte.

Brief X. — ... In Frankreich ist Marquis jeder, der dazu Lust hat;und jeder, der aus einem Winkel der Provinz mit einem ordentlichen Geld-beutel und einem Namen auf ac oder ille nach Paris kommt, kann sagen:«Ein Mann, wie ich! Ein Mann meines Standes!» und kann mit souveränerVerachtung auf den Geschäftsmann herabsehen; dieser selbst hört sooftmit Mißachtung von sich reden, daß er töricht genug ist, darüber zuerröten. Ich weiß aber wirklich nicht, wer dem Staate nützlicher ist,ein vvohlgepuderter Hochgeborner, der genau weiß, um wieviel Uhrseine Majestät aufstelit, um wieviel Uhr Allerhöchstdieselbe schlafengeht, der die Miene der Großartigkeit.aufsetzt, während er im Vorzimmereines Ministers die Rolle eines Sklaven spielt — oder ein Geschäftsmann,der von seiner Rechenstube aus seine Aufträge nach Snrate 5 oder Kairogibt, sein Vaterland bereichert und zum Glück der Welt beiträgt.

186. Aus „De l’Esprit des Lois“ von Montesquieu, 1748.

Montesquieu, De l'esprit des lois, 1,2 f., XI, 2 f., 5 f. — Vgl. die Nummern86,3?,%.

Der Baron von Montesquieu, 1683—1755, Präsident des Parlamentes vonBordeaux, gewann während eines zweijährigen Aufenthaltes in England die

1 Wilhelm III. von England, 1689—1712; vgl. die Nummern 110—112.

* Stadt auf der Halbinsel Gudschrat in Vorderindien, 1639—1683 Hauptortder englischen Handelskompanie.