Band 
Dritter Teil.
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Überzeugung, daß dieses das freieste Land der Welt sei. Die englische Verfassungerschien ihm als der Gipfel staatsiuänuischer Weisheit. Seine Forderung voneiner Trennung der Staatsgewalten (der legislativen, exekutiven und judikativenGewalt) fand im modernen Staat in der Folge überall Beachtung. Für die Ent-wicklung der Staatswissenschaften wurde das Buch von grundlegender Bedeu-tung, weil es die Entstehung „gesetzlicher Einrichtungen und ihr Verhältnis zuden örtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen in den verschiedenen Ländernzum erstenmal in einem großartigen Überblick darzustellen versuchte“.

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A. Von den Naturgesetzen.

Vor allen Gesetzen kommen die der Natur, die so genannt werden,weil sie einzig in unserer Wesensart bedingt sind. Um sie recht kennenzu lernen, muß man den Menschen betrachten, bevor er in Gesellschaftlebte.

Das Gesetz, das in uns die Vorstellung eines Schöpfers erwecktund uns zu ihm hinzieht, ist das wichtigste, doch der Entstehung nachnicht das erste dieser Naturgesetze. Der Mensch hätte in seinem Natur-zustand mehr nur die Fähigkeit zur Erkenntnis als Erkenntnis selber.Es ist klar, daß seine ersten Vorstellungen nicht abstrakter Natur wären;eher als über seinen Ursprung naehzuforschen, würde er an die Erhaltungseines "Wesens denken. Ein solcher Mensch würde vor allem seine Schwächefühlen; er wäre außerordentlich furchtsam, und befragt man hierüberdie Erfahrung, so weiß man, daß in den "Wäldern wildlebende Menschenaufgefunden worden sind, die alles zum Zittern bringt und in die Fluchttreibt.

In diesem Zustand fühlt eben jeder seine Minderwertigkeit, kaumdaß er eine Vorstellung von Gleichheit besitzt. Man würde sich also nichtanzugreifen wagen, und derFriede wäre das erste Naturgesetz.

Mit dem Gefühl seiner Schwäche würde der Mensch das Gefühl fürseine Bedürfnisse verbinden. So wäre ein zweites Naturgesetz derTrieb, seineNahrung zu suchen.

Ich sagte, die Furcht würde die Menschen dazu treiben, sich zufliehen; aber die Anzeichen einer gegenseitigen Furcht würde sie baldveranlassen, sich zu nähern; übrigens würde sie das Vergnügen, das einTier beim Herannahen eines Tieres seiner Gattung empfindet, schon dazutreiben. Außerdem würde der Reiz, den die beiden Geschlechterdurch ihre Verschiedenheit aufeinander ausüben, diesesVergnügen noch erhöhen, und das natürliche Verlangen, das sie immerzueinander hinzieht, wäre ein drittes Gesetz.

Außer dem Gefühl, das den Menschen zuerst gegeben ward, gelangensie auch zu Erkenntnissen, und so haben sie ein zweites Band, das dieandern Tiere nicht besitzen. Dadurch haben sie einen neuen Grund, sichzu vereinigen; und der Wunsch, in Gesellschaft zu leben, istein viertes natürliches Gesetz.

B. Von den geschriebenen Gesetzen,

Sobald die Menschen in Gesellschaft leben, verlieren sie das Gefühlfür ihre Schwäche; die Gleichheit, die unter ihnen herrschte, hört auf,