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so ist der Augenblick da, sie an den Tag zu legen; wenn man mir abereine Antwort im Orakelstil gibt, die unbestimmt oder nicht bündig ist,so wird die Kaiserin durch ihr Schweigen mir die gefährlichen Pläne,die sie mit Rußland gegen mich geschmiedet hat, bestätigen und sichalle Folgen vorzuwerfen haben, die es nach sich ziehen wird; ich rufeden Himmel zum Zeugen an, daß ich unschuldig bin an dem Unglück,das daraus erfolgen wird.
B. An den Prinzen von Preußen.
Potsdam, 26. August 1756. — Mein lieber Bruder! Die Antwort[von Wien] lautet: sie hätten kein Offensivbündnis gegen mich mit Ruß-land abgeschlossen. Die Antwort ist unverschämt, hochmütig und gering-schätzend, und in Bezug auf die Garantien, die ich von ihnen verlange,kein Wort, so daß allein der Degen diesen gordischen Knoten zerschnei-den kann. Ich bin unschuldig an diesem Kriege; um ihn zu vermeiden,habe ich getan, was ich konnte; aber so groß auch die Friedensliebeist, man darf ihr niemals seine Sicherheit und seine Ehre opfern. Ichglaube in Betracht Ihrer mir bekannten Gesinnung, daß Sie dem bei-stimmen werden. Jetzt gilt es, nur daran zu denken, den Krieg so zuführen, daß wir den Feinden die Lust verleiden, so bald wieder denFrieden zu brechen. Ich umarme Sie von ganzem Herzen. Ich habeschrecklich viel zu tun gehabt.
148. Über die tiefere Ursache des SiebenjährigenKrieges, 1759.
König Friedrich der Große in seinen Briefen und Erlassen, heraus-gegeben von Mendelssohn Bartholdy, S. 292: Äußerung des dänischenKriegsministers Grafen Bernstorff.
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Dieser Krieg ist entbrannt nicht um ein mittelmäßiges oder vorüber-gehendes Interesse, nicht um ein paar Waffenplätze oder kleine Pro-vinzen mehr oder weniger, sondern um Sein oder Nichtsein der neuenMonarchie, die der König von Preußen mit einer Kunst und einer Schlag-fertigkeit in die Höhe gebracht hat, welche die eine Hälfte von Europaüberrascht und die andere getäuscht haben. Der Krieg ist -enstanden,um zu entscheiden, ob diese neue Monarchie, zusammengesetzt ans ver-schiedenen Bestandteilen, noch ohne die ganze, für sie notwendige Festig-keit und Ausdehnung, aber ganz und gar militärisch und mit der ganzenBegehrlichkeit eines jugendlichen mageren Körpers, bestehen bleibenwird; ob das Reich zwei Häupter haben und der Norden Deutschlandseinen Fürsten behalten soll, der aus seinen Staaten ein Lager und ausseinem Volk ein Heer gemacht hat und der, .wofern man ihm Muße läßt,seine Staatsgründung abzurunden und zu befestigen, als Schiedsrichterder großen europäischen Angelegenheiten dastehen und für das Gleich-gewicht zwischen den Mächten den Ausschlag geben würde.