Band 
Dritter Teil.
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auf die letzte Spur vertilgt waren, nirgends bestellte Äcker, kein Kornzur Ernährung der Bewohner; 60 000 Pferde fehlten den Landleuten zurFeldarbeit, und im ganzen Lande hatte sich die Bevölkerung um 500 000Seelen gegenüber dem Jahre 1756 vermindert, was bei einer Gesamt-bevölkerung von 4 */ 2 Millionen sehr beträchtlich ist. Adel und Bauernwaren von so vielen Heeren gebrandschatzt, daß ihnen nur das nackteLeben blieb und elende Lumpen, um ihre Blöße zu decken. Kein Kreditzur Befriedigung der alltäglichsten Bedürfnisse, die die Natur erheischt;keine Polizei in den Städten; statt Rechts- und Ordnungssinnes nur nochselinöder Eigennutz und Zügellosigkeit. Die Gerichte und Finanzbehördenwaren durch die häufigen Einfälle so vieler Feinde außer Tätigkeit ge-setzt; das Verstummen der Gesetze zeitigte im Volke die Neigung zurZuchtlosigkeit, und so entstand schrankenlose Gewinnsucht. Der Edel-mann, der Kaufmann, der Pächter, der Arbeiter, der Fabrikant, alleerhöhten um die Wette den Preis ihrer Lebensmittel und Waren undschienen nur auf ihr gegenseitiges Verderben hinzuarbeiten. Das warder düstere Anblick, den so viele einst blühende Provinzen nach Be-endigung des Krieges boten. So ergreifend auch diese Schilderung seinmag, sie wird nie an den erschütternden und schmerzlichen Eindruckheranreichen, den der Anblick selbst gewährte.

In einer so beklagenswerten Lage mußte man dem Mißgeschickmutig entgegentreten, am Staate nicht verzweifeln, sondern sich vornehmen,ihn nicht bloß wieder herzustellen, nein, ihn auch zu verbessern. Einevöllige Neuschöpfung mußte man ins Auge fassen. Man fand in denStaatskassen Mittel zum Wiederaufbau der Städte und Dörfer. DenMagazinen wurde das nötige Korn zur Ernährung der Bevölkerung oderzur Aussaat entnommen. Die Artillerie-, Bagage- und Trainpferde wurdenfür den Ackerbau verwendet.

Schlesien wurde für 6 Monate, Pommern und die Neumark auf2 Jahre von der Steuer befreit. 20 383 000 Reichstaler wurden zurUnterstützung der Provinzen und zur Abtragung der Kriegsschuldengespendet, die sie aufgenommen hatten, um die von den Feinden ge-forderten Auflagen zusammenzubringen. So groß diese Ausgabe war, siewar doch nötig und unerläßlich.

Der Zustand der Provinzen nach dem Hubertusburger Frieden erin-nerte an die Lage Brandenburgs nach dem berüchtigten DreißigjährigenKriege. Damals versagte die staatlicne Hilfe aus Mangel an Mitteln.Der Große Kurfürst war außerstande, seinem Volke aufzuhelfen. Undwas war die Folge ? Ein volles Jahrhundert verstrich, ehe seine Nach-folger dazu kamen, die Verwüstungen in Stadt und Land wieder gut zumachen. Dies schlagende Beispiel dafür, was der Staat in Ermangelungrechtzeitiger Hilfe hatte leiden müssen, bestimmte den König, unter sotraurigen Umständen keinen Augenblick zu verlieren, sondern schleunigeund ausreichende Hilfe zu leisten, um dem allgemeinen Notstand zusteuern. Reichliche Spenden flößten den armen Einwohnern, die schonan ihrem Lose verzweifelten, neuen Mut ein. Dank der Mittel, die manihnen gewährte, erwachte die Hoffnung wieder, und die Bürger begannenein neues Leben. Die Aufmunterung zur Arbeit rief rührige Tätigkeit