Band 
Dritter Teil.
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zuführen hätte, wenn man jeden Grund nach den verschiedenen Gattungender Erdfrüchte mittels eines zehnjährigen Durchschnitts seiner Erträgnisbestimmte, jedoch nach Abschlag des jährlichen Samens. Auf solche Artwird der Grund im allgemeinen nach seiner wahren Fruchtbarkeit belegt,und bleibt noch die nähere oder entferntere Lage zum Verschleiß zuerörtern übrig. Diese wird in dem zu bestimmenden Preise der geerntetenGattung zu finden sein, der Preis hingegen ließe sich durch Mittel derzehnjährigen Marktpreise, Provinzen- und Kreispreise festsetzen. — Istalles dieses in Ordnung gebracht, so kann man sich schmeicheln, denPunkt der Unfehlbarkeit schier erreicht zu haben, weil selbiger aus demMaß der Gründe, der Quantität, des Ernteertrages und dem Preise des-selben bestimmt ist. — Infolge dieser Belegung muß der. Staat seineEinkünfte vom Grund und Boden beziehen. Ich setze also den Fall, daßjeder Grundbesitzer nach der oben bestimmten Einteilung 40 Prozentder Erträgnis zu den öffentlichen Bedürfnissen beizntragen hat. 1

164. Aus dem Leben eines Großfürstenpaares, 1744—1750.

Memoiren der Kaiserin Katharina II., herausgegeben von EriehBoehme, Bd. I, S. 80 f., 85 f., 105, 107 f., 106, 111—114, 116, 125, 133, 160,164 ff., 208, 247 f.

Die Memoiren, die Katharina als Kaiserin, 1762—1796, nicht vor 1783schrieb, waren in erster Linie für ihren Sohn Paul I., 1796—1801, bestimmtund sollten sie und ihre Handlungen vor ihm und der Nachwelt rechtfertigen.

Die Kaiserin Elisabeth von Rußland, 1741—1762, war unverheiratet undbestimmte zu ihrem Thronfolger den Sohn ihrer Schwester Anna und des HerzogsKarl Friedrich von Holstein, dem sie nach seiner Übersiedlung an den russischenHof den Namen Peter Feodorowitsch gab. Zur Gattin bestimmte sie ihm, obwohler die Knabenschuhe noch nicht ausg'ezogen hatte, die noch jugendlicherePrinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, deren Mutter einePrinzessin von Holstein-Gottorp war. Prinzessin Sophie trat zur griechisch-katholischen Kirche über und wurde als Großfürstin Katharina Alexejewnadem Großfürsten Peter angetraut.

*

.... Am zehnten Tage nach unserer Ankunft in Moskau 2 solltenwir 3 beim Großfürsten dinieren. Ich kleidete mich an; als ich fertig war,überfiel mich ein heftiger Schüttelfrost; ich sagte es meiner Mutter, dieVerweichlichung nicht schätzte und glaubte, es wäre nichts von Bedeutung.Aber der Schüttelfrost nahm so zu,' daß sie schließlich als erste mir den

1 Im Text des Drbarialpatents für die deutsch-böhmischen Erblande,§ 10, wird bestimmt, daß dem Untertan von seinem Ertrag 70% verbleibenmüssen; von dem Rest entfallen 12 */» °/o als Abgaben auf den Staat, 17 % %auf den Grundherrn.

i 3. März 1744.

3 Die Prinzessin Sophie und ihre Mutter, die sie nach Moskau begleitethatte.