Band 
Dritter Teil.
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das uns mit Vivatrufen entgegenkam. Dann ging es weiter zur Kasan-schen Kirche, wo ich ausstieg. Es kam das Preobrashenskij-Regimentan mit Vivatrnfen, und die Leute sagten: «Wir bitten Sie um Verzeihung,daß wir als die letzten gekommen sind. Unsere Offiziere haben unsanfgehalten, aber vier von ihnen bringen wir Ihnen hier verhaftet mit,um Ihnen unsern Eifer zu zeigen. Wir wollen dasselbe wie unsereBrüder». Dann kam die Garde zu Pferde. Die Leute waren in wilderFreude; nie habe ich Derartiges gesehen, sie weinten und riefen aufzur Befreiung des Vaterlandes. —

Ich begab mich in den neuen Winterpalast, wo der Synod und derSenat versammelt waren. In aller Eile wurden ein Manifest, und derEid aufgesetzt. Dann ging ich hinunter und machte einen Rundgang zuFuß bei den Truppen. Es waren mehr als 14 000 Mann von der Gardeund von den Fnßregimentern. Sowie sie meiner ansichtig wurden, erhobensie lautes Freudengesehrei, in das eine zahllose Menge des Volkes ein-stimmte.

Sodann begab ich mich nach dem alten Winterpalast, um die not-wendigen Maßregeln zu treffen und die Sache zu Ende zu bringen.Dort hielten wir Rat, und es ward beschlossen, mit mir an der Spitzenach Peterhof zu ziehen, wo Peter III. dinieren wollte. Auf allen Land-straßen waren Posten aufgestellt, und von Zeit zu Zeit brachte manuns Kundschafter ein. — Nachdem wir alle Kuriere abgesandt und alleVorsichtsmaßregeln getroffen hatten, legte ich gegen zehn Uhr abendsdie Gardeuniform an, nachdem ich mich unter unbeschreiblichem Jubelhat„e züm Obersten ernennen lassen. Ich stieg zu Pferde, und wir ließennur ein paar Mann von jedem Regiment zum Schutze meines Sohneszurück, der in der Stadt blieb. So zog ich an der Spitze der Truppenaus, und wir marschierten die ganze Nacht hindurch nach Peterhof.

Als wir in dem kleinen Kloster auf dem Wege angelangt waren,kam der Vizekanzler Golizyn mit einem sehr schmeichelhaften Briefe.Peters III. Nach dem ei’sten Brief kam ein zweiter, den General MichaelIzmajlow brachte. Er warf sich mir zu Füßen und sagte: «Hälten_Siemich für einen ehrlichen Menschen?» Ich bejahte. «Nun wohl», sagte er, «esmacht Vergnügen, mit Leuten von Geist zusammen zu sein. Der Kaiser er-bietet sich, dem Thron zu entsagen. Ich werde ihn nach seinem ganz frei-willigen Verzicht hierher bringen. So werde ich ohne Schwierigkeitmeinem Vaterlande einen Bürgerkrieg ersparen». 1 Ich erteilte ihm also

Peters Abdankungssehreibeu lautet; „In der kurzen Zeit meiner Selbst-herrschaft über das Russische Reich habe ich wirklich deren Schwere und Lasterkannt, die meinen Kräften nicht entspricht, so daß ich weder als Selbstherrschernoch in irgend einer anderen Form das Russische Reich regieren kann. So empfandich, daß innere Veränderungen in ihm zum Verfall seiner Unversehrtheit führtenund mir ewige Schmach bringen müßten. Ich bin deshalb mit mir zu Rate ge-gangen nnd erkläre ohne Zwang und ohne Haß hiermit feierlich, nicht nurdem Russischen Reiche sondern aller Welt, daß ich für mein ganzes Lehender Regierung über das Russische Reich entsage. Solange ich lebe, will ichweder als Selbstherrscher noch in irgend einer andern Form über das Russische