Band 
Dritter Teil.
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diesen Auftrag, und er ging, ihn auszuführen. Peter III. verzichtete inOranienbaum in voller Freiheit, umgeben von 1590 Holsteinern, undkam mit Elisabeth Woronzow, Gudowitsch und Izmajlow nach Peterhof,wo ich ihm zur Bewachung seiner Person sechs Offiziere und einigeSoldaten gab.

Dann schickte ich den abgesetzten Kaiser unter dem Befehl vonAlexej Orlow mit vier Offizieren und einer Abteilung ruhiger, ausge-suchter Leute nach einem ganz abgelegenen und sehr angenehmen Ortnamens Ropscha, 25 Werst von Petersburg, während man anständigeund entsprechende Gemächer in Schlüsselburg * herrichtete und so dieZeit hatte, Relaispferde für ihn vorzusorgen.

Aber der liebe Gott fügte es anders! Die Angst hatte ihm einenDurchfall zugezogen, der drei Tage währte und auch am vierten nochandauerte. Er trank an diesem Tage übermäßig viel; denn er battealles was er wollte, außer seiner Freiheit. (Er hatte mich übrigens nurum seine Maitresse, seinen Hund, seinen Neger und seine Violine ge-beten ; aber um einen Skandal zu vermeiden und die Erregung seinerBewachung nicht zu vermehren, hatte ich ihm nur die drei letzten, ge-sandt). Es befiel ihn eine Kolik mit Fieberphantasien. Zwei Tage warer in diesem Zustande; dann folgte eine große Schwäche, und trotz allerärztlichen Hilfe hauchte er sein Leben aus, nachdem er noch nach einemlutherischen Pastor verlangt hatte.

Ich fürchtete, die Offiziere könnten ihn vergiftet haben. Deshalbließ ich ihn sezieren; aber es ist völlig erwiesen, daß sich nicht dieleiseste Spur einer Vergiftung fand. Hein Magen war ganz gesund; abereine Darmentzündung und ein Schlaganfall hatten ihn dahingerafft. SeinHerz war ungewöhnlich klein und ganz zusammengezogen. *

Reich herrschen und will niemals und mit niemandes Hilfe danach trachten.Das schwöre ich aufrichtig und ohne Heuchelei vor Gott und der ganzen Welt!Diese ganze Abdankung habe ich mit eigener Hand geschrieben und unter-schrieben. 29. Juni 1762. Peter.“

Katharina veröffentlichte das Schreiben am. 6. Juli in einem Manifest.'

1 Festung auf einer Newainsel beiih Ausfluß des Ladogasees.

2 In Tat und Wahrheit wurde Peter III. erdrosselt; sein Mörder war wohlAlexej Orlow, dessen Bruder Gregor nach der Hand Katharinas strebte. — Am26. Juli 1762 schreibt Alexej Orlow an Katharina: „Mütterchen, barmherzigeKaiserin! Wie soll ich erklären, beschreiben, was geschehen ist? . . . Wir sindverloren, wenn Du nicht Gnade für uns hast. Mütterchen, er, weilt nicht mehrauf der W * 1 2 * * * * 7 elt! Aber niemand hat das gedacht, und wie sollten wir auf den Ge-danken kommen, die Hände gegen den Kaiser zu erheben. Aber Kaiserin, das

Unheil ist geschehen! Er kam bei Tisch mit Fürst Bariatinskij in Streit: wirkonnten sie nicht mehr auseinander bringen, und schon war er nicht mehr. Wir

erinnern uns selbst nicht, was wir getan haben; aber wir alle bis zum letzten

sind. schuldig und haben den Tod verdient. Habe Gnade, verzeih oder befiehl,

rasch ein Ende zu machen.“ — Es steht nicht fest, ob Katharina um den Plan

der Ermordung etwas gewußt habe.