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die königliche Famiiie in Varennes festnehmen lassen. In einem Augen-blick verbreitet sich diese Kunde in der ganzen Stadt; der General-marsch wird geschlagen. Die Einwohner scharen sich zusammen undzwingen die Dragoner und Husaren, die noch nicht fort waren, bei ihnenzu bleiben.
Während all dieser Aufregung, von der der König nichts wissenkonnte, entfernen sich die Herren Guillaume und Drouet und kommen,da sie Fußwege benutzen, vor der königlichen Familie in Varennes an.Ihre erste Sorge war, die Gemeindeverwaltung zu benachrichtigen; dannverbarrikadierten sie eine kleine Brücke, über die die Flüchtlinge hin-über mußten, indem sie Wagen und große Möbelstücke übereinander-tiirmten. Sie stellten zwei kleine Feldschlangen an der Zufahrt auf, undsowie die Wagen zu sehen waren, ließen sie Sturm läuten.
Die Kavallerie, die sich in Clermont befunden hatte und die denKönig begleitete, wurde genötigt, sich zu ergeben, und zwar infolge derDrohung, die die Herren Drouet und Guillaume aussprachen, die Ge-schütze abzufeuern (sie waren nicht geladen). Man ließ Herrn und FrauLudwig XVI. und ebenso ihre Kinder bei Herrn Mangin, Sachwalter derGemeinde Varennes, absteigen.
Bouille 1 und seine Mitschuldigen, die ihren Streich gescheitert sahen,flüchteten sich und brachten diese Neuigkeit ihren guten Freunden jen-seits des Rheins. . . .
13. Die französischen Emigranten in Koblenz,Sommer 1792.
F. C. Laukhards Leben und Schicksale, von ihm selbst beschrieben,JBd. III, 1796, S. 29 ff. Stark gekürzt.
Friedrich Christian Laukhard, 1758—1822, widmete sich als begabter, aberleichtsinniger Student der Theologie, bestand das Magisterexamen, trat aberspäter, von Schulden bedrängt, in preußische Dienste und machte die Feldzügevon 1792/93 mit. Sein weiteres Leben ist durch viele abenteuerliche Irrfahrtengekennzeichnet. Er starb als Privatlehrer.
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In Koblenz bin ich mit einer großen Menge von den ausgewandertenFranzosen so genau bekannt geworden, daß ich mich nicht enthaltenkann, ihnen ein eigenes Kapitel zu widmen; dieses schändliche und schreck-liche Ungeziefer kann noch immer nicht genug an den Pranger gestelltwerden.
Diejenigen Deutschen, welche diesen Auswurf der Menschheit zurZeit ihres sardanapalischen Hochlebens nicht gesehen haben, können sich
1 Königlich gesinnter französischer General, 1739—1800. Trotz seinergeschickten Vorkehrungen scheiterte die Flucht des Königs infolge der Un-vorsichtigkeit der Fliehenden und namentlich wegen der Unzuverlässigkeitder Truppen.