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Zweierlei Einflüsse sind in solchem Betreff hauptsächlich hier anzu-führen. Bei uns Deutschen hatten sich in der öffentlichen Meinung dieaußerordentlichsten und teilweise seltsamsten Erwartungen mit dem ver-heißenen Kongresse verknüpft. Die Deutschen waren allerdings in einembesondern Zustande, wie keine der andern Nationen, mit denen sie ver-bündet den Sieg errungen hatten. Bußland und England, Schweden, des-gleichen auch Preußen und Österreich, standen da in alter fester Gestaltund brauchten die Früchte des Sieges nur an sich zu ziehen und in dasBestehende aufzunehmen. Polen und Italien, schon längst ohne Selb-ständigkeit und auch von Napoleon nur mit einem Scheine derselbenbetört oder gereizt, folgten dem Lose der Eroberung, wobei sie nichtwesentlich zu verlieren schienen. Spanien, Portugal, Dänemark standen,wenn auch erschüttert, auf altem Boden. Die Niederlande erfreuten sicheines gewonnenen neuen Bestandes, die Schweiz ihrer teilweisen Erneu-ung und allseitig ausgesprochenen Sicherheit. In Deutschland war alleszersetzt, das Aufgelöste zum Teil wieder neugebunden, zum Teil preis-gegeben und verloren. Die Franzosenherrschaft hatte hier am stärkstenund nachhaltigsten, aber nicht gleichmäßig eingewirkt, sondern nach denZeiten und Gegenständen, sehr verschieden; alle Wechselgebilde derletzten dreißig Jahre waren hier geschichtlich abgelagert und neben-einander wiederzufinden, eine Verwirrung von Zuständen, die in dergrößten Abweichung voneinander nur darin übereinkamen, daß allent-halben die alten Verhältnisse zerstört, die neuen nicht abgeschlossenund Recht, Unterdrückung, Sieg, Verdienst, Vorteil und Verlust wunder-lich gemischt waren. Die Zwischenzeit, während welcher das Fremdegeherrscht, hatte zu lange gedauert und zu vielerlei Eigengebildetesentstehen lassen, als daß man sie und ihre Gebilde gradezu für nichtgewesen erklären konnte, und wo dieser Versuch gleichwohl gemachtwurde, da brachte er nur Verwirrung und Beschämung hervor. Das Alteungeteilt herzustellen, war im allgemeinen unmöglich und daher im ein-zelnen ebenfalls, sofern dieses der Anknüpfung an ein Ganzes, worinfrüher ein so großer Wert gelegen, jetzt entbehren mußte. Wenn Kaiserund Reich nicht wiederauflebten, so konnten es auch die ehemaligenReichsstände und Reichsverhältnisse nicht, weil jene höchsten Bedingungeneines solchen Daseins fehlten. So viel des Neuen hatte man in die Ver-bündung, als der Sieg noch nicht entschieden war, aufgenommen, sowirksam hatte es Anteil an ihm genommen und war durch ihn ebenauch selbst miterstarkt, daß hier sowohl das erworbene Recht als auchdie wirkliche Macht eine rücksichtsvolle Ausgleichung auferlegten. Aberdie großen Regierungen wollten auch jene Wiederherstellung des Altennicht, weil ihr eigner Vorteil dagegen war.
Legte sich dem vorbereiteten politischen Entwickelungsgange diesesGewicht deutscher Verhältnisse und Bedürfnisse drückend auf und mischtesich von daher ein neues, in noch ungestalter Kraft unberechenbaresvolkstümliches Element in die Verhandlungen, welche schon kein reindiplomatisches Geschäft mehr darstellten, sondern auch gleichsam staats-gerichtliche und fast parlamentarische Vorgänge in sich aufnehmen mußten,so drang von anderer Seite ein politischer Einfluß heran, der ebenfalls