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drückung der Sklaverei. Er war ebenso aufrichtig davon überzeugt, daßdie Aufhebung der Sklaverei notwendig sei zur Erhaltung der Union,ganz abgesehen davon, daß sie an und für sich eine Pflicht war. Indemer einsah, wie die Notwendigkeit der Sklavenbefreiung immer näherheranrückte, wünschte er im Interesse der Schwarzen sowohl wie derWeißen, daß diese Befreiung allmählich erfolge, soweit das unter denobwaltenden Umständen möglich war. Er würde auch nicht vor einerplötzlichen Befreiung zurückschrecken, wenn die Umstände sich so ge-stalteten, daß keine andere Wahl blieb. Er wollte aber den entschei-denden Schritt solange aufschieben, bis er keine Gefahr mehr liefe, dieverschiedenen Elemente, welche im Kampfe für die Union zusammen-wirkten, dadurch auseinanderzureißen. Er meinte, wenn wir im Kampfunterlägen, so würde ein Erlaß zur Befreiung der Sklaven wirken wiedie Bulle des Papstes gegen den Kometen. Diese Schlußfolgerung warunzweifelhaft richtig, aber sie verursachte Verzögerungen, welche denungeduldigeren Sklavereigegneru kaum erträglich schienen. Ich muß zu-geben, daß ich selbst zu dieser Klasse gehörte und daß ich nicht ganzdie Weisheit dieser vorsichtigen Politik anerkannte, bis sie Früchtegetragen hatte.
99. Zur Charakteristik des Sezessionskrieges, 1801 — 1805.
Memoiren des Generals U. S. Grant, aus dem Englischen von H. vonWob es er, Bd. II, 1886, S. 481 f., 443 ft’., 483.
Ulysses Simpson Grant, 1822—1885, war einer der hervorragendsten Führerund zuletzt Oberbefehlshaber der Unionstruppen im Sezessionskrieg. 1869—1877bekleidete er das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika;wegen der Mißwirtschaft in der Verwaltung litt sein Ansehen in dieser Zeitbedeutend.
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A. Die Sklaverei als Ursache.
Die Ursache des großen Rebellionskrieges gegen die VereinigtenStaaten wird der Sklaverei zugeschrieben werden müssen. Schon mehrereJahre vor Beginn des Krieges hörte man von einigen Politikern alltäglichdie Bemerkung, daß ein Staat, dessen Bewohner halb Sklaven und halbFreie seien, nicht bestehen könne. Entweder müßten alle Leute Sklavenoder alle Freie werden, oder der Staat würde untergehen. Ich selbsthabe damals die Sache nicht von dieser Seite aufgefaßt, bin jedoch, alsder Krieg vorüber war und ich die ganze Frage nochmals überdachte,zu der Überzeugung gekommen, daß jenes Wort vollständig wahr ist.
Die Sklaverei war eine Einrichtung, die, wo sie bestand, ungewöhn-licher Garantien für ihre Sicherheit bedurfte, und in einem Lande wiedem unsrigen, von dem ein großer Teil freies Gebiet ist und von einerintelligenten und wohlhabenden Bevölkerung bewohnt wird, hatten dieLeute naturgemäß nur wenig Sympathie mit den an sie gestellten For-derungen zu deren Schutz. Die Bewohner des Südens waren daher, um