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Lehrbuch für den Geschichtsunterricht an Mittelschulen : das Mittelalter / von W. Beuter
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Ein Deutscher hat also Arminius verraten, er heißt Segestes.Der Schmerz des Arminius war groß, aber ebenso groß wardie Freude der Römer, das Weib des Feindes zu besitzen.Thusnelda benahm sich edel, blieb Wort- und tränenlos.

Die Entführung durch Arminius entsprach der Sitte (daherHochzeitsreise).

Arminius wird beschuldigt, er strebe nach der Königswürde, alsoVerbrechen, anstatt schuldige Ehre. Das ist

1. nicht erwiesen,

2. wäre es kein Verbrechen; denn er hätte sie verdient;

3. wollte er die Deutschen einig und stark machen, die deutschenStämme einigen, was erst nach 1870 geschehen ist.

4. Die Römer hätten ohne ihn Deutschland erobert. (Vgl. Orgetorix.)Segest ist doppelter Verräter: 1. an seinem Vaterland, er hat Varus

vor Arminius gewarnt;

2. an seiner Tochter, er hatte sie vielleicht einem römischen Offizierversprochen, hielt die Römer für die Stärkeren, also die Be-freiung für unmöglich. Vgl. Griechen: Perser.

Eidgen.: Österreich, Burgund, Schwaben. Japan: Rußland.Die Verwandten: Sie haben Armin beschuldigt,

anstatt sich zu freuen, wenn ein Verwandter geehrt wird.

Sie freuen sich nicht, weil sie eifersüchtig sind, neidisch, nuran sich denken, an ihr Wohlergehen, an ihre Macht, anstattan des Vaterlandes Wohl und Macht. Sie begehen einen hinter-listigen Mord an dem, der das Vaterland gerettet.

Undank ist der Welt Lohn."

Armin: Miltiades, Thcmistokles.

Segestes: Ephialtes, Hippias.

Erst nach 1871 dachte man wieder an Armin.

1875 wurde ihm ein Denkmal im Teutoburger Waldeerrichtet (Abbildung).

Seit 1841 arbeitete man für das Zustandekommen desselben.Die Gestalt ist 20 m hoch, der Schild 10 m. Der Unterbaubedeutet die deutschen Stämme. Armin ruft sie zur Sammlung.