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Lehrbuch für den Geschichtsunterricht an Mittelschulen : das Mittelalter / von W. Beuter
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und tat den Lütticher Bischof in den Bann, bis die Leiche wiederausgegraben sei. Der König hätte gern den Wunsch des Toten er-füllt. Aber die Bischöfe warnten ihn und rieten ihm, Boten nachRom zu senden und um die Lösung vom Banne zu bitten, sonstlade er den Bann auf sein eigenes Haupt. Und der König wagtenicht, ihnen offen zu widerstehen.

Indessen fügte sich der Bischof von Lüttich, ließ die Leiche aus-graben und sie in der ungeweihten kleinen Kapelle auf einer Maas-insel einscharren. Kein Seelenamt wurde über dem Knisergrabegehalten, kein Geistlicher ließ einen Totengesang ertönen. Doch einfremder Mönch, der eben von seiner Pilgerfahrt nach Jerusalemzurückgekehrt war, sang Tag und Nacht in der einsamen KapelleTrauerpsalmen. Nur neun Tage blieb die Leiche hier. Denn derKönig Heinrich hatte Boten geschickt, um die Leiche nach Speier zuholen. Der Sarg wurde ausgegraben und unter gewaltigem Zulaufin die Stadt zurückgebracht. Das Volk zog trotz des Verbots derDomherren mit dem Sarg in den Dom und ließ dort um reichenLohn von niederen Geistlichen Gebete sprechen. Man drängte sichum den Sarg. Jeder wollte ihn berühren; viele legten Saatkörnerdaraus, um sie dann auszusäen; andere gruben die Erde aus den:Kaisergrab und streuten sie auf ihre Äcker. Nur mit Mühe konntendes Königs Boten das Volk zur Herausgabe der Leiche bewegen.

In einem steinernen Sarge wurde nun der Tote nach Speiergebracht. Die Bürger und viele Geistliche zogen der Leiche entgegen,brachten sie unter großer Feierlichkeit in den Dom und bestattetensie neben dem Grabe des Vaters. Da legte der erzürnte Bischof vonSpeier das Interdikt auf den Dom. Das Grab wurde wiederumaufgerissen und der Sarg in eine ungeweihte Kapelle neben demDom gestellt. Die Bürger verwünschten den Bischof, aber sie mußtensich fügen, sogut wie der König.

Fünf Jahre lang stand die Kaiserleiche unter dem Fluche desBannes über der Erde. Aber das Volk ging gern zu dem Sargeund betete dort für seinen Kaiser. Endlich im Jahre 1111 löste derPapst den Bann. Nun wurde der Sarg in Gegenwart des jungenKaisers und vieler Fürsten mit allen kirchlichen Ehren und uner-hörter Pracht in den Dom zur Kaisergruft gebracht. Dort fandKaiser Heinrich endlich Ruhe und Frieden. Den Bürgern vonSpeier erließ aber der junge Kaiser lästige Frondienste, Abgabenund Schiffahrtszölle. Dafür übernahmen sie die Pflicht, alljährlicham Todestage des Vaters allesamt mit brennenden Lichtern feierlichzur Seelenmesse ans Grab zu ziehen und sodann Haus für Hausein Brot für die Armen zu spenden. So kam der Segen des totenKaisers über die Bürger und die Armen von Speier.

Staude u. Göpfert.

Heinrich V. 11061125,

Heinrichs IV. Sohn, schließt mit dem Papst Frieden.

Konrad II. erwirbt Burgund (ganze Schweiz).

Heinrich III.: größte Macht des Reiches.

Heinrich IV.: Kampf zwischen Kaiser und Papst.

Berchtold von Zähringen ist der Sohn Rudolfs von Rheinfelden(gegen Heinrich IV.).

Herzogenbuchsee, Berthoud Berchtold Burgdorf.