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Morgenländische Völker.
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Sohn Asarhadon rächte des Vaters Tod an den unnatürlichen Brudern,zwang sie zur Flucht außer Landes und herrschte dann im Geiste seiner berden «ss.Vorgänger. Er setzte die Eroberungen in Vorderasien fort, bezwäng denAgypterkönig Taralo oder Tirrhaka und nannte sich König von Ägypten undÄthiopien. Assyrische Statthalter oder zinspflichtige Unterkönige regiertendas Nilland und begründeten die Herrschaft der sogenannten Dodekarchre. ^Asarhadons Sohn Äsurbanipal war der gewaltigste Herrscher. Er bezwäng p--i ««sdie aufständischen Ägypter und drang bis Theben vor; er schlug die ab-trünnigen Babylonier in einem furchtbaren Kampfe und „stieß die Rebellenm ein verzehrendes Feuer"; er unterwarf in einem neunjährigen Kriege drekräftigen Bergstämme Susianas, verbrannte ihre Städte und entführte ihreSchätze und Götterbilder. Aber der Haß der unterjochten Völker gegen dieeiserne Zwingherrschaft führte zu einem Verzweiflungskampf. Zwei Jahr-zehnte nach Asurbanipals Tod nahte die letzte Stunde der assyrischen Groß-macht. Wir haben über die Katastrophe keine sicheren Nachrichten. Nach denAngaben griechischer Schriftsteller vereinigten sich der Mederkönig Kyaxäres undderChaldaerNabopolassar zu einem Kriegsbund und zogen an der Spitze vielerempörten Völkerschaften gegen die Assyrer inS Feld. Asarhadon II., derirrtümlich Sardanapal genannt wird, saß auf dem Throne Asurbanipals alsdie Völkerflut heranwogte. Mit großer Heeresmacht, wird dann gemeldet, lSardan«rückten die Feinde auf die Hauptstadt Ninive los, wurden aber von dem letzten ""König Sardanapal, der trotz seiner sprichwörtlich gewordenen Wollust,Schwelgerei und Üppigkeit in diesem Todeskampfe großen Mut bewies,wiederholt zurückgeschlagen, bis der Strom infolge einer Überschwemmung einStück der Mauer einriß und den Feinden einen Weg bahnte. Als Sardanapalan der Rettung verzweifelte, ließ er die Königsburg anzünden und verbranntesich samt seinen Frauen und Schätzen. Hierauf wurde Ninive von Grundaus zerstört und das assyrische Reich unter die Sieger verteilt. „Zerstörtflt Ninive," riefen die Propheten Israels frohlockend aus, „Schutt auf derSchwelle, ihre Cedern-Täfeln ist abgerissen. Wie ist sie zur Ode geworden,zum Lager für Tiere! Wer an ihr vorübergeht, zischet und schwenket denHut." — Die Ruinen von Prachtbauten und Kunstwerken mit Bildnerei undInschriften, die durch neuere Ausgrabungen zu Tage gefördert wurden, gebenZeugnis von der einstigen Pracht und Herrlichkeit der alten Weltstadt, vonder Macht und dem orientalischen Despotismus der Herrscher,' von demKunstsinn und der Bildung ihrer Bewohner. „Assur war eine Ceder auf demLibanon," sagt Ezechiel, „schön von Asten, ein schallendes DiAcht und hochhon Wuchs, und unter dichtbelaubten Zweigen war sein Wipfel, Wasser machteHn groß, die Mut ihn hoch ; mit ihren Strömen ging sie rums um fernePflanzung und ihre Kanäle sandte sie zu allen Bäumen des Feldes. Kern
Baum im Garten Gottes war ihm gleich.in ferner Schönheit."
8- 10. Von nun an hatten! die Chaldäer oder Babylonrer das über- N-buc^gewicht, besonders unter dem kriegerischen, gewaltigen Nebucadnezar. der dre«^«»"Jnselstadt Thrus und das phönizische und syrische Land zinspflichtig machte,!das Königreich Juda unter seine Botmäßigkeit brachte, Babylon mitKönrgs-durgerr, Thoren, Tempeln und anderen Kunstwerken und Anlagert schmückte.
Erne hohe und breite Ringmauer!umgab^die ganze Stadt, der man einen Um-fang von neun oder gar zwölf Meilen beilegte. Die zwei königlichen Palästeauf den Ufern des Euphrat , der hohe, viereckige Turm des SonnengottesBaal, der mit Statuen und Zieraten von Gold reich geschmückt war undzugleich als Sternwarte diente, die vaumreiche Terraffenanlage, vomVolke die „hängenden Gärten der Semiramis" genannt, welche Nebucadnezar
Ninive
zerstört
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