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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

Z. 24.

tig, als die Großkönige Tiglat-Pilesar (Phul) und SalmanassarIV. dasLand mit Heeresmacht überzogen. Als aber der König Hosea mit Ägypten einBündnis schloß, um sich der Zmspflicht zu entziehen, rückte der assyrische KönigSargon II-, ein gewaltiger Kriegsfürst, mit seinen waffengeübten Heerscharenherbei, eroberte Samaria und führte den König mit dem größten Teil seines71». Volkes in die assyrische Gefangenschaft. An den Müssen Armeniens und indenStädten der Medec" erhielten sie neue Wohnsitze, während fremde Völkervom Euphrat in das grüne Hügelland Samarien einzogen. Aus ihrer Ver-mischung mit den zurückgebliebenen Jsraeliten entstanden die Samariter.Juda bestand noch 130 Jahre länger. Es wurde nach dem Falle von Israelden Assyrern zinspflichtig. Als aber diese mit den Ägyptern in Krieg gerieten,schloß sich der König von Juda an die letzteren an uno hielt den Tribut zurück.Da zog der assyrische König Sanherib gen Jerusalem und belagerte es.U- Allein noch war die Stunde Judas, wo gerade der fromme König Hiskia.«»«. Jesajas Freund, regierte, nicht gekommen. Eine plötzlich ausgebrochene Pestschwächte Sanheribs Heer so sehr, daß der König nicht wagte, den heranrücken-den Ägyptern im Felde zu begegnen. Er ließ von Jerusalem ab und kehrtenach Ninive zurück. Jesajas Weissagung wurde erfüllt. Aber die RettungM-maff- bewirkte keine dauernde Besserung. König Manasse fiel wieder zum Götzen-«. dienst ab und verhängte über die Verehrer Jehovahs schwere Verfolgung.DasSchwert fraß die Propheten wie ein verheerender Löwe." Um solchen Schlä-gen für die Zukunft zu steuern, benutzten die Jehovahdiener, den ProphetenW- Jeremia an der Spitze, die Regierunaszeit des jungen frommen Königs Iosia,608 . um durch Einführung des Pentateuch, namentlich deszweiten Gesetzes" (Deu-teronomium) oder fünften Buches, die mosaische Gesetzgebung und theokra-tische Staatsordnung fest zu begründen. Äber es war dem jüdischen Volkenicht beschicken, die Segnungen zu erleben. Der Kampf Wider Ninive (Z. 9)brachte schwere Kriegsnot über Palästina. Josia empfing die Todeswunde inder Schlacht von Megiddo, gegen den ägyptischen König Necho, der Kanaanerobern wollte. Bald darauf erschien Nebucadnezar von'Babylon, der Siegerüber die ägyptische Streitmacht bei Circessium (Karchemis), in Palästina.Er nahm Jerusalem ein, das mit Ägypten im Bunde stand, beraubte den Tem-s»7. pel, führte den König Jojachin (Jechonja) und die vornehmsten Einwohnerin das Innere seines Reiches und drückte mit schwerer Hand die Zurückgelasse-nen. Dies bewog den letzten König Zedckia, im Vertrauen auf ägyptischeHilfe, nochmals das Glück der Waffen zu versuchen; aber mit wenig Erfolg.Nebucadnezar verbrannte Tempel und Stadt, mordete die Bürger und führtezuletzt den geblendeten König nebst dem größten Teil des Volks in die baby-ss». Ionische Gefangenschaft. Jeremia, der vergebens Volk und König zu bewegen^ gesucht, sich auf Ägypten,den morschen Rohrstab", nicht zu stützen, und dasJoch der Chaldäer, das Jehovah zu ihrer Züchtigung ihnen auferlegt, zu tra-gen, begab sich nach dem Nillande, wo er in den rührendenKlageliedern", dieihm zugeschrieben werden, den Fall seines Vaterlandes und die Zerstörung derStadt beweinte. In der Notan den Wasserbächen Babels" wandten sich dieJuden wieder zu dem Gott ihrer Väter und fanden Gnade vor seinem An-gesicht. Nach einigen Jahrzehnten wurde Babylon von den Persern erobert,»»8. worauf Chrus die Weggeführten wieder in ihre Heimat entließ. Doch nurein kleiner Teil zog vorerst unter Serubabels Leitung zurück und begannden Wiederaufbau des Tempels. Da sie aber jede Vermischung mit den Sa-maritern vermieden, so suchten diese aus Haß ihr Vorhaben aus alle Weise zustören. Sie erwirkten ein Verbot gegen den begonnenen Bau, der daher erstunter Darius vollendet wurde. Als Artaxerxcs über Persien regierte.