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L. Die griechische Welt.
Tiefe des Meeres. Die Götter verschmähten jedoch sein Opfer. Wenige Tagedarauf brachte ein Fischer einen großen Fisch, den er gefangen, dem Herrscherzum Geschenk, und als man das Tier öffnete, fand man in seinem Innern den Ring.
Als Amasis dies vernahm, fürchtete er. daß Polhkrates kein gutes Ende nehmenMürbe, und sagte ihm die Gastfreundschaft auf. damit nicht, wenn das unver-meidliche Unglück hereinbräche, er den Freund beklagen müsse. Bald nachherwurde Polhkrates von dem persischen Statthalter unter trügerischen Vorspie-gelungen nach Magnesia in Kleinasien gelockt und aus Kreuz geheftet. — Derberühmteste Thränn war Pisisträtus von Athen, dem es noch bei LebzeitenSolons glückte, sich der Alleinherrschaft zu bemächtigen. Durch List, indem ersich selbst verwundete und dann vorgab, man trachte ihm nach dem Leben, ver-schaffte er sich eine Leibwache von fünfzig Keulenträgern und den Besitz derBurg. Zwar gelang es seinen Feinden, ihn zweimal auf längere Zeit aus derStadt zu treiben; aber er kam immer wieder zurück, das erste Mal durch einemit dem Alkmäoniden Megäklcs verabredete Täuschung, als ob die Schutz-göttin Pallas Athene selbst ihn in die Stadt einführte, das zweite Mal nachlängerem Aufenthalte m Euböa durch siegreichen Kamvf im Felde. Er rächtesich an seinen Feinden durch Verbannung und drückende Vermögenssteuer undbehauptete sich zuletzt in der Herrschaft, die er bei seinem Tode seinen Söhnen E»Hippias und Hipparch hinterließ. Pisisträtus und anfangs auch Hippiasherrschten mit vielem Ruhme. Ackerbau, Gewerbthätigkeit und Handel nahmeneinen großen Aufschwung; die Gedichte des Homer, die bisher nur mündlichvon herumziehenden Sängern (Rhapsoden) vorgetragen worden, wurden jetzt
aufgeschrieben und so der Nachwelt erhalten; Künstler aller Art fanden in Athenfreigebige Gönner; die Stadt ward mit Tempeln und öffentlichen Gebäudenverschönert, und der Liederdichter Anakrevn lebte an Hippias' Hof. Als aberHipparch, ein der Schwelgerei und dm Sinnengenüssen ergebener Mann, beiAvn Festfeier (den Panathcnäen) von zwei Athenern, Harmodius und^stoglton, aus Rache über eine zugefügte Beleidigung ermordet wurde, daließ Hippias seiner gewalttätigen Natur freien Lauf. Durch seine Grausam-en und Härte entfremdete er sich die Volkspartei und gab dadurch dem in derVerbannung lebenden Aristokratengeschlecht der Alkmäoniden Gelegenheit,den Tyrannen mit Hilfe der Spartaner zu vertreiben. Als seine Kinder indre Hände der Feinde gefallen waren, übergab Hippias Vertragsweise die BurgAd flüchtete sich nach Kleinasien, um mit persischer Hilfe wieder in seine Herr-schaft eingesetzt zu werden. Bald nach seiner Entfernung wurde in Athen derVolksstaat (demokratische Republik) durch den Alkmäomden Klisthenes zurVollendung gebracht. Die vier alten Stammgebiete (Phhlen), aus denen bis-her die vierhundert Mitglieder des Rats mit Bevorzugung der gutsherrlichenEdelleute gewählt worden, wurden aufgelöst und damit die alten Stam-mes- und Geschlechtsverbindungen zerrissen. An ihre Stelle traten zehn neue-sihhlen oder Stammeskreise, jede mit zehn Demen oder Landesbezirken, eineAeographisch-politische Gau- und Gemeindegliederung mit völliger Gleichbe-rechtigung aller Bürger, mit neuen Namen und Schutzheiligen. Von diesenPhhlen wurde jährlich der Rat der Fünfhundert gewählt, und zwar ausledern Stammkreise fünfzig Mitglieder ohne Rücksicht auf Stand und Vermö-M. Ix fünfzig dieser Fünfhundert bildeten den regierenden Ausschuß oderPrhtanen, die während der sechsunddreißig Tage ihres Vorsitzes im Rathausvdcr Prhtaneum sich aufhielten und auf öffentliche Kosten gespeist wurden, auchden Vorsitz bei den Volksversammlungen führten. Aus jedem der zehn Stamm-Affe wurden ferner sechstausend Bürger durch das Los ausgeschieden, die alsdichter (Heliasten) bei den Volksgerichten zu walten hatten. Das Archontat