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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

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8. 48. 49.

und der Areopag bestanden noch fort, waren aber nur noch Ehrenämter ohnegroße Machtbefugnisse.

§. 48. Die sieben Weisen. Periander von Korinth und Solon vonAthen wurden den sieben Weisen beigezählt; unter den übrigen war Thales vonMilet, der Schöpfer der ionischen Philosophenschule, am berühmtesten. IhreGrundsätze und praktische Lebensregeln legten sie in kurzen Denksprüchen nieder, wie:„Jegliches vorbedacht!" (Periander); „Nimmer zu sehr!" (Solon); „Bürg-schaft bringet dir Leid!" (Thales); „Maß zu halten ist gut!" (Kleobülus);„Wohl erwäge die Zeit!" (Pittäkus vonMitYlene); „Mehrere machen es schlimm!"(Bias); „Kenne dich selbst!" (Chilvn von Lacedämon). — Einer der bedeutendstenMänner dieser Zeit, der sich aber nicht Weiser (Sophos), sondern Weisheits-Pythag». freund (Philosophos) nannte, war Pythagöras von Samos, der Begründer desseo-svo. pythagoreischen Bundes, welcher in Kroton und anderen Städten Unter-italiens viele Anhänger zählte und großes Ansehen genoß. Die Mitglieder sührteneine mäßige, sittlich-strenge Lebensweise, hatten gemeinschaftliche Übungen undMahlzeiten und waren ihrem Meister mit der größten Ehrfurcht zugethan. Sieübten sich in Mathematik, Geometrie und Musik, wie denn Pythagöras auchals Erfinder des Pythagoreischen Lehrsatzes bekannt ist.

e) Die lyrische Dichtung.

§. 49. An den Höfm der Tyrannen herrschte ein heiteres Leben, wobei Dichterund Sänger gern gesehen warm. Zu den Genüffen und Freuden, dmen man hiernachstrebte, paßte das ernste Heldengedicht nicht, daher kam eine leichtere und kür-zere Gattung von Poesie auf, die man Lyrik nannte, weil ihr Zweck war, zu derLeier (Lyra) gesungen zu werden. Ursprünglich waren daher alle lyrischen Ge-dichte heitere Lieder, die zum Genuß des Lebens aufforderten, weil es von kurzerDauer sei, die Wein und Liebe priesen, weil durch sie Kummer und Sorge ver-Makreon scheucht werden. In dieser Gattung ist Anakreon von Leos in Jonien, der an^' verschiedenen Höfen lebte und als achtzigjähriger Greis in Athen starb, der berühm-teste; daher man solche Lieder auch anakreontische nennt. — Giebt ihm dieKürze des Lebens und die Vergänglichkeit alles Irdischen Veranlassung, zum hei-tern Genuß des Daseins aufzufordern, so finden andere darin die Ursache zur Trauerund Schwermut, klagen über den Unbestand und die Hinfälligkeit alles Erden-glücks oder weisen auf die höheren und dauernden Güter, auf Tugend, Seelenstärkeund Treue hin. Diese Dichtungsart nennt man Elegie, und das dabei gewöhn-liche Versmaß ist der Hexameter in Verbindung mit dem Pentameter (Disticha).d^En-r- Die bekanntesten Elegieendichter find Mimnermus von Kolophon und Simo-Si»E uidcs aus Keos. — Diejenigen lyrischen Gedichte, in denen ein höherer Schwungherrscht und worin der Dichter mit Begeisterung oder Leidenschaft und in feierlicherZss-4S8. Stäche einen erhabenen Gegenstand besingt, heißen Oden. In dieser Gattungzeichnete sich die durch ihr Liebesleid und ihren Selbstmord bekannte Dichterin^°sso° Sappho von Lesbos aus. Aber erst der Thebaner PiNdar (Z. 42) führte durchPmda^i seine Preisgesänge auf die Sieger in den Festspielen die Ode zur Vollendung. Später' rechnete man zur lyrischen Poesie jede kürzere Dichtungsgattung, wmn sie auch nichtzur Musik gesungen werden konnte. So die Jambendichtung (Satire), derenZweck ist, die Laster und Gebrechen der Menschen mit Spott zu strafen, um dadurchkS-s Besserung und Belehrung zu bewirken. Als Erfinder der Jamben galt Archilöchus«. 7oo. von Paros, in dessen Hand, wie in der seines Nachfolgers Hippönax von Ephesus,Hchponax p^se lyrische Dichtung zu spitzigen Pfeilen gegen persönliche Feinde ward. Neben«lcäiis ihnen erwarb sich Alcäus aus Mitylene, ein Sänger und Kriegsmann von heftiger^ ^ Gemütsart und Parteileidenschaft, den größtm Ruhm. Auch die Tierfabel, einekurze Erzählung, worin Tiere handelnd und redend auftreten und derm Zweck eine