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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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8- 50. L. Die griechische Welt.

LebenSregel oder Lehre ist, wird meistens der lyrischen Dichtungsart zugeteilt. Indieser Gattung hat Äsöpus, ein phrygischer Sklave, dessen Lebensgeschichte rmDunkeln liegt und durch Sagen selbst zur Fabel entstellt ist, eine große Berühmt-heit erlangt. Verwandt damitist die gnomische Poesie oder Spruch-Dich-tung, die in kurzen Denksprüchen Lehren und Lebensregeln einzuprägen sucht.

Darin steht Theognis aus Megara, der feurige Widersacher der Demokraten, die^z^n^ihn zur Flucht aus der Heimat getrieben, als Vorbild da.

II. Griechentzmds Blütezeit.

1. Die Perserkriege.

8- 50. Die griechischen Pflanzstädte auf der Küste von Kleinasien warendurch Cyrus unter die Herrschaft der Perser gekommen. Gewöhnt an ein freiesLeben, trugen sie das fremde Joch mit großem Widerstreben, konnten dasselbeaber nicht abschütteln, weil die vornehmen Griechen, die von den Persern zuFürsten oder Tyrannen in den verschiedenen Städten eingesetzt worden unddaher dem Hof von Susa ergeben waren, ihre Landsleute im Gehorsam zuerhalten wußten. Einer der mächtigsten unter ihnen war Histiäus, Fürst vonMilet. Dieser hatte den Feldzug des Darius gegen die Scythen mitgemacht(8. 30) und den Auftrag erhalten, mit einigen änderen Griechen die Brücke,welche über die Donau geschlagen worden, zu bewachen. Als nun die Nachrichtvon den Unfällen der Perser erscholl, riet Miltiädes von Athen, der alsBesitzer großer Güter auf der thracischen Halbinsel den Persern kriegspflichtigwar, man solle die Brücke zerstören und dadurch den König mit seinem ganzenHeer dem Verderben preisgeben, damit die Hellenen wieder ihre Freiheit er-langten. Aber Histiäus verhinderte das Vorhaben. Darum wurde er später,teils zum Lohne seiner Verdienste, mehr aber noch aus Mißtrauen in seineTreue und in seinen unternehmenden ränkevollen Geist, das der persische Feld-herr Megabazus in Darius zu wecken gewußt, nach der Hauptstadt Susaberufen, um fein Leben in Freuden und Herrlichkeit, aber überwacht von demArgwohn des Königs, zuzubringen. Diese mit Genuß und Zwang verbundeneLage wurde ihm auf die Länge unerträglich; die Sehnsucht nach der Heimaterwachte in seiner Brust; und da man ihn aus Mißtrauen nicht fortließ, sobewog er heimlich seinen Verwandten Aristagöras von Milet, einen Ausstandunter den unzufriedenen Griechen zu veranstalten, wodurch er Gelegenheit zurRückkehr zu finden hoffte. Der Plan gelang. In kurzem standen Milet unddie übrigen griechischen Pflanzstädte unter den Waffen. Sparta und andereStaaten des Mutterlandes wurden um Hilfe angegangen, aber nur Athen,welches besorgte, Darius möchte den seit seiner Vertreibung m Kleinasienweilenden Hippias (8- 47) wieder als Tyrannen in Attika einsetzen, und drekleine Stadt Eretrla auf Euböa schickten eine geringe Anzahl Schiffe. An-fangs hatte der Aufstand guten Fortgang. Die Griechen eroberten und ver-brannten Sardes, die Hauptstadt von Kleinasien, worauf sich die Empörungüber ganz Jonien verbreitete. Schnell wendete sich jedoch das Glück. NichtUur, daß das Landheer an dem Strande von Ephesus eine Niederlage durchden Versischen Statthalter erlitt; eigene Uneinigkeit und die Übermacht derFeinde führte im nächsten Jahr den Verlust der Seeschlacht bei Lade und dieEroberung und Zerstörung von Milet herbei. Die Milesier wurden teilsgetötet, teils in Knechtschaft geführt; Aristagöras floh zu den Thraciern, woer erschlagen ward; Histiäus, der, nach Jonien entsandt, sich den Aufständischenangeschlossen hatte, starb als Gefangener am Kreuz; Jonien geriet aufs neueunter die persische Herrschaft, und Darius schwur den Athenern und Eretnern,weil sie den Aufstand befördert hatten, blutige Rache.