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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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Geschichte der alten Welt.

Z. 57.

Pausanias hatte nämlich Lei der Eroberung von Bhzanz (Konstantinopel) einigevornehme Perser, darunter Angehörige und Verwandte des Königs, zu Ge-fangenen gemacht. Diese schickte er ohne Wissen der übrigen Bundesgenossen anXerxes zurück und gab dann vor, sie seien heimlich entflohen; dabei ließ er demGroßkönig vermelden, er wolle ihm zur Herrschaft über Griechenland behilflichsein, wenn der König ihm seine Tochter zur Gemahlin gebe und ihn zum Statt-halter des Peloponnes mache. Als der Perserkönig daraus einging, wurde dereitle, ehrgeizige Mann so übermütig, daß er die spartanischen Gesetze undLebensregeln ganz außer acht setzte, sich köstlich kleidete, schwelgerische Tafelhielt und sich von persischen Stabträgern begleiten und bedienen ließ. Zugleichmachte er durch sein herrisches Wesen die lacedämonische Herrschaft allgemeinverhaßt. Die Spartaner, von diesem Benehmen in Kenntnis gesetzt, riefenden treulosen Feldherrn ab, allein ihr Ansehen über die Scestaaten war bereitsso geschwächt, daß sie selbst thatsächlich auf den Oberbefehl verzichteten, wennsie gleich der Form nach an ihrem Rechte festhielten. Pausarnas pflegte auchin Sparta noch heimliche Verbindungen mit dem Perserkönig. Als aber seinVerrat durch einen Sklaven an den Tag kam, wurde er in einem Tempel, inwelchem er als Schutzflehender Zuflucht gesucht, zum Hungertod gezwungen.Die Ephoren ließen das eherne Dach abdecken und die Tempelpforten schließen;die eigene Mutter des Pausanias soll den ersten Stein dazu Herbeigetragenhaben.

Z. 57. Während so Pausanias die Macht seiner Vaterstadt minderte,trugen die drei athenischen Heerführer durch verschiedene Eigenschaften undTalente sehr viel zur Hebung der ihrigen bei. Themistokles bewirkte durchKlugheit und List, daß Athen mit einer festen Mauer umgeben und der treff-liche Seehafen Piräeus angelegt wurde, den nachher Cimon und Perikles durcheine lange Doppelmauer mit der Hauptstadt verbanden. Durch dieses Unter-nehmen zog sich Themistokles den unversöhnlichen Haß der Spartaner zu, dieAthens Beseitigung nicht dulden wollten, daher ihn diese später einer Teil-nahme an Pausanias' Verräterei beschuldigten. Dies traf in eine Zeit, da esseinen Gegnern in Athen gelungen war, den ehrgeizigen Mann durch dasScherbengericht auf zehn Jahre aus seiner Vaterstadt zu verweisen. Ver-folgt floh jetzt der große Feldherr unter unzähligen Gefahren nach Asien, woer bei dem Perserkönig eine ehrenvolle Aufnahme fand und drei Städte Klein-asiens zu seinem Unterhalte angewiesenempfing. Alsihn aber dieser einige Zeitnachher um Beihilfe zur Unterjochung Griechenlands anging, soll er Gift ge-nommen haben, um nicht zum Verräter an seinem Vaterlande zu werden.Seine Asche setzten seine Freunde heimlich in vaterländischer Erde bei. SeineNachkommen besaßen noch Jahrhunderte lang ansehnliche Ehrenrechte inMagnesia. — Wie Themistokles durch Klugheit, so sörderte Aristides durchRechtschaffenheit die Sache seiner Vaterstadt. Das hohe Vertrauen, das manlu. seinen Charakter und in seine Gesinnung setzte, bewog nämlich die grie-chischen Inseln und Seestädte, mit den Athenern einen Bund zu schließen undffA iur Lieferung von Geld und Schiffen für die Fortsetzung des Kriegs zu ver-Mchten. Die zu dem Zweck in D elo s gegründete Bundeslasse wurde vonAnstrdes eingerichtet, und sowohl zur Verwaltung dieser Schatzkammer alsiffsu Anführer der gemeinschaftlichen Flotte wurden Athener bestimmt. Baldfiel jedoch die Lieferung von Schiffen den kleinen Staaten zur Last und siekauften sich gern durch eine höhere Geldabgabe von der Verpflichtung los.Dies gab den Athenern später die willkommene Gelegenheit, ihre Flotte immermehr zu vergrößern und dann viele Inseln und kleinere Seestaaten unter ihreHerrschaft zu bringen. Im Besitze einer überlegenen Seemacht konnten sie