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Weltgeschichte in übersichtlicher Darstellung / Georg Weber
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§- 61. 62.

L. Die griechische Welt.

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den Spartanern und Böotiern erlagen, wie Platää selbst dem Erdboden gleich-gemacht , die waffenfähigen Bürger getötet und ihre Frauen und Kinder inSklaverei geführt wurden. Dagegen brachten die Athener das abgefalleneLesbos mit Mithlene wieder zur Unterwerfung. Den in der ersten Hitze ge-faßten Beschluß, alle mannbaren Einwohner zu töten, die Weiber und Kinderzu Sklaven zu machen, milderten sie, und beschränkten die Todesstrafe auftausend der Schuldigsten, wie Thuchdides berichtet. Bald darauf gelang esdem athenischen Feldherrn Demosthenes, sich des messenischen Ortes PylosZu bemächtigen und von dort aus das lacedämonische Gebiet durch verheerendeEinfälle zu beunruhigen. Umsonst versuchten die Spartaner, ihn daraus zuverdrängen; ihr Angriff wurde zurückgeschlagen und mehr als 400 spartanischeSchwerbewaffnete aus der öden Insel Sphakteria eingeschlossen. Hier warensie in großer Not. Lebensmittel erhielten sie nur durch die tollkühnen Lan-dungen einiger Heloten, denen die Spartaner dafür die Freiheit versprachen.Um dem drohenden Verderben zu entgehen, mußten sie sich endlich an Kleon,der mit Verstärkung herbeigekommen war und mit Hilfe der ortskundigenMessenier einen erfolgreichen Angriff auf das verschanzte Lager der Spartanerunternommen hatte, als Gefangene ergeben. Dieser Ausgang erhöhte denÜbermut des Volksführers. Er hielt sich für einen großen Kriegshelden undließ sich den Oberbefehl über ein Heer zuteilen, das den spartanischen FeldherrnBrasldas m Thracicn bekriegen sollte. Aber vor der Stadt Amphipölis erlittKleon eine Niederlage und wurde auf der Flucht getötet, worauf in Athendie Gegenpartei die Oberhand bekam und den Frieden des Nicias zustandebrachte. — Furchtbar wütete indessen der Kampf der aristokratischen unddemokratischen Parteien in den meisten Städten Griechenlands; nirgends jedochblutiger als auf der Insel Corcyra, wo die vornehmen Familien gänzlichvernichtet wurden. Mit Hilfe der Athener bekamen dort die Demokraten dieGegner in ihre Gewalt, schloffen sie in ein Gebäude ein und töteten sie vonoben herab mit Steinwürfen. Dadurch empfing die blühende Insel mit ihrmreichen Olivenwäldern für immer den Todesstoß. — In allen Staaten, wodre Spartaner siegten, erlangten die Aristokraten die Herrschaft und straftenihre Feinde mit Tod und Verbannung; wo die Athener die Oberhand hatten,kamen die Demokraten ans Ruder und behandelten ihre Widersacher mitgleicher Härte.

8. 61. Der Abschluß des Friedens ohne Zuziehung der Bundesgenossenentzweite die Spartaner mit den Korinthern. Diese verbanden sich daher mit^"gos, Elis und einigen arkadischen Städten, um den Spartanern die Hege-wonie im Peloponnes zu entreißen. In diesem Bestreben wurden sie unter-stützt von dem zwanzigjährigen Alcibiädes, des Perikles Schwestersohne, derwer zunr ersten Mal seine Gewandtheit und Überredungskunst beurkundete,^lnbmdes besaß die größten äußern und innern Vorzüge. Er war reich, schön,gebildet und ein vortrefflicher Redner, so daß er ganz geeignet gewesen wäre,As Perikles' Stelle zu treten, hätte er mehr Ruhe und Besonnenheit besessen.->er Krieg, den jetzt die Spartaner mit den Korinthern und deren VerbündetenZu führen hatten, hätte das Ansehen der Stadt am Eurotas vernichtet, wärenAcht in der Schlacht bei Manttnea die spartanischen Waffen siegreich ge-vneben. Die Unterstützung, welche die Athener dem Bunde von Argos gewährthatten, und ihr strenges Verfahren gegen die dorisch-lakonische InselMelos,Ae während des Kampfes neutral geblieben war, reizte den Zorn der Spar-taner aufs neue und versetzte dem „faulen Frieden" den letzten Stoß.

8- 62. Nicht lange nachher schickten die Athener das trefflichste Heer undtue schönste Flotte, die se aus demPiräeus gesegelt, unter Alcibiädes, Ni-

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